Buchanan/Peskowitz: Secret Book for Girls
Royce Buckingham: Dämliche Dämonen
Philip Caveney: Sebastian Dark – Der falsche König
Conn und Hal Iggulden: Dangerous Book for Boys (groß und klein)
Watt Key: Alabama Moon
Sabine Ludwig: Der 7. Sonntag im August
Stephenie Meyer: Seelen
Meg Rosoff: Was wäre wenn
Christopher Ross: Mein Freund, der Husky
Michael Scott: Der unsterbliche Alchemyst – Die Geheimnisse des ...
Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten
Sam Stern: Licence to cook
Kjersti Wold: Fußballgötter voll in Fahrt
Markus Zusak: Wilde Hunde
Für Schöngeister und Literaten
Sarah Addison Allen: Mein zauberhafter Garten
Sybille Berg: Die Fahrt
Ann Brashares: Unser letzter Sommer
Geraldine Brooks: Die Hochzeitsgabe
Thierry Cohen: Ich hätte es vorgezogen zu leben
Martha Tod Dudmann: Schwarze Oliven
Karen Duve: Taxi
Ildefonso Falcones: Die Kathedrale des Meeres
Noah Gordon: Der Katalane
Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen
Tanja Heitmann: Morgenrot
Jane Johnson: Die zehnte Gabe
Hari Kunzru: Revolution
Jodi Picoult: 19 Minuten
Anne B. Ragde: Einsiedlerkrebse
Bernhard Schlink: Das Wochenende
Martin Suter: Der letzte Weynfeldt
Sabine Weigand: Seelen im Feuer
Markus Zusak: Die Bücherdiebin
Für Freunde des Nervenkitzels
Mary Higgins Clark: Warte bis du schläfst
Joy Fielding: Die Katze
Sebastian Fitzek: Das Kind
Ariana Franklin: Die Teufelshaube
Tess Gerritsen: Leichenraub
John Grisham: Die Berufung
Stephen King: Wahn
Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte
Louise Penny: Und die Furcht gebiert den Zorn
Ian Rankin: Ein Rest von Schuld
Kathy Reichs: Der Tod kommt wie gerufen
Ruth Rendell: Ein Ende mit Tränen
Minette Walters: Der Schatten des Chamäleons
Für Genießer, Sachbuchliebhaber und Lebenskünstler
Augustin, Keisenberg, Zaschke: Ein Mann – Ein Buch
Cynthia Barcomi: Kochbuch für Feste
Blümner, Thomae: Eine Frau – Ein Buch
Bubmann, Sill: Christliche Lebenskunst
Horst Evers: Mein Leben als Suchmaschine
Florian und Thomas Fischer-Fabian: Die Gourmet-Bibel
Heinz-Richard Heinemann: Heinemanns Schokoladenträume
Urban Priol: Hirn ist aus
***************
Für kleine und große Kinder
Andrea Buchanan und Miriam Peskowitz: Secret Book for Girls
(cbj, 19.95 €)
Der Untertitel „Das einzig wahre Handbuch für Mütter
und ihre Töchter“ trifft voll und ganz zu. Denn hinter dem „Secret Book
for Girls“ verbirgt sich ein herrlich nostalgisch anmutendes Buch mit einem
bunten Potpourri an Spielen, Sportarten, geschichtlichen Streifzügen, Länderkunde,
Bastelideen aus der Natur und vieles mehr. Einerseits werden schöne alte
Spiele vorgestellt, wie zum Beispiel Gummitwist oder Gänseblümchenketten
flechten, andererseits auch moderne Themen behandelt: So werden sowohl Aktien
als auch wichtige Karatetechniken gut erklärt.
Mit seinen knapp 300 Seiten weist das Buch so eine große Fülle an gut recherchierten Themen auf, die nicht nur für Mädchen ab acht Jahren, sondern auch ihren Müttern eine gute Unterhaltung bieten.
Ute Beucher
Royce Buckingham: Dämliche Dämonen
(Penhaligon, 14.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 19.95 €)
ab zehn Jahren
Dämonen entstehen durch Chaos. Und von beidem gibt es in unserer
Welt reichlich. Der Teenager Nathan Grimlock hat die seltene Gabe die Dämonen
sehen zu können und eine schwierige
Aufgabe: Er ist der Hüter der Dämonen. Hüter kontrollieren, jagen und sperren
Dämonen ein, um die Mitmenschen zu beschützen. Doch dann passiert etwas,
was nie hätte geschehen dürfen. Das TIER, der schrecklichste der Dämonen,
bekommt die einmalige Gelegenheit der ewigen Gefangenschaft zu entgehen
und bricht aus. Zu allem Überfluss taucht auch noch der ehemalige, gescheiterte
Hüterlehrling Ian Farkess wieder auf und will die Herrschaft über alle Dämonen
an sich reißen. Nathan sieht sich zwei Gegnern gegenüber und beginnt einen
schier aussichtslosen Kampf, um Frieden und Ordnung wieder herzustellen.
Ein interessanter Roman für jeden, der bereit ist, die Welt einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben: Voll gestopft mit Dämonen! Man könnte ihn als Bartimäus für Zehnjährige bezeichnen.
Doch ein Rätsel wird selbst zum Schluss nicht aufgelöst: Warum lautet der Titel bloß „Dämliche Dämonen“? Denn diese Dämonen sind alles, nur nicht dämlich!
Simon Vater
Philip Caveney: Sebastian Dark – Der falsche König
(cbj, 14.95 € / Hörbuch bei Jumbo, 19.95 €)
ab zwölf Jahren
Der junge Sebastian Dark hat ein großes Ziel: Er möchte sich nach dem plötzlichen Tod seines Vaters an dessen Stelle als Hofnarr am Hof des König Septimus von Keladon bewerben. Das Dumme daran ist nur, dass Sebastian nicht besonders komisch ist. Über seine Witze lacht so gut wie niemand. Auf dem Weg nach Keladon rettet er mit seinem Gefährten Cornelius Drummel der Thronfolgerin Prinzessin Kerin das Leben und erhält so die begehrte Stelle. Bei einem seiner Zaubertricks verschwindet die Prinzessin spurlos und der harmlose Sebastian gerät in höchste Gefahr.
Die fantastische Geschichte erzählt spannend von Intrigen und Verrat und unser Held entdeckt seine wahre Berufung, nämlich Abenteuer zu bestehen.
Beate Laufer-Johannes
Conn und Hal Iggulden: Dangerous Book for Boys / Das kleine Dangerous Book for Boys
(cbj, 19.95 € und cbj, 9.95 €)

Dieses Buch ist ein absolutes Muss für Väter und Söhne: das ideale Buch für alle echten Kerle zwischen 8 und 88. Ob Poker, Mädchen, Benimmregeln oder auch Seifenkistenbauen, hier werden alle wichtigen Themenbereiche angesprochen, die große und kleine Jungs brennend interessieren. Kurze Texte und verständliche Anleitungen werden mit Bildern veranschaulicht und geben viele Anregungen für ein alternatives Leben neben Computer und Fernsehen. Und so ganz nebenbei kann man mit diesem Buch auch notorische Nicht-Leser wieder ans Buch bringen.
Für die Hosentasche gibt es zudem die kleine Ausgabe, die sich mit Dingen beschäftigt, die man können muss. Zu einigen Bereichen der großen Ausgabe kommen auch noch neue Ideen dazu.
Watt Key: Alabama Moon
Seit Moon denken kann, hat er in der Wildnis gelebt, mit seinem Vater, der nicht gut auf die Regierung zu sprechen ist und lieber selbst bestimmt und unabhängig in den Wäldern lebt. Moon weiß, wie man jagt und Vorräte anlegt, wie man Kleider aus Tierhäuten näht und sich Behausungen baut, kurz, wie man ohne Supermarkt überlebt. Seine Mutter ist tot, seit er ein Kleinkind war. In jenem denkwürdigen Winter, als die Landvermesser näher und näher an ihren Unterschlupf herankommen, verletzt sich nun auch noch sein Vater und stirbt. Moon verspricht ihm, sich auf den Weg nach Alaska zu machen, um Leute zu suchen, die so leben wie sie. Aber schon bald gerät er in die Fänge der Zivilisation. Insbesondere der miese Polizist Sanders setzt alles daran, ihn ins Heim zu verfrachten. Auf seiner abenteuerlichen Reise findet er aber auch etwas, was er bis jetzt noch nicht kannte: Freunde, die durch dick und dünn mit ihm gehen…
Ein richtiges Abenteuerbuch für Jungs, das offensiv mit den Themen Tod und Gewalt umgeht – also nichts für Zartbesaitete, aber das ist Tom Sawyer ja auch nicht. Spannend und mit gutem Ende.
Gerti Greil
(C. Dressler, 13.90 € / Hörbuch bei Oetinger Media, 16.95 €)
ab zehn Jahren

Der letzte Sonntag der Sommerferien ist für die 11jährige Frederike, genannt Freddy ein Graus: Die Schultasche liegt noch unausgepackt in der Ecke, darin befindet sich sogar noch ein vergammeltes Pausenbrot. Auch das Zeugnis ist noch nicht unterschrieben. Die große Schwester Mia ist fies zu ihr, die Mutter will unbedingt einen Familienausflug machen, stellt dann allerdings fest, dass sie doch keine Zeit dazu hat, und Freddys Papa macht alle mit seinem Kochfimmel verrückt. Am Ende muss Freddy alleine mit dem Hund raus und die Oma im Altersheim besuchen. Ein Lichtblick scheint nur ihre beste Freundin Vero zu sein, doch die benimmt sich ziemlich herablassend. Gut, dass morgen wieder die Schule anfängt. Aber als Freddy am nächsten Morgen aufwacht, ist schon wieder der gleiche Sonntag. Sie scheint in einer Zeitschleife festzustecken und auch das Wissen darum ändert nichts daran. Von Sonntag zu Sonntag wird sie mutiger und versucht das Schicksal zu ändern, mit mehr oder weniger großem Erfolg!
Eine wunderbare Geschichte – ähnlich wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Freddy erkennt immer mehr, was sie eigentlich will und was wichtig ist im Leben!
Beate Laufer-Johannes

Wanderer ist ein überaus erfahrenes Mitglied einer neuen seelenwandernden Spezies, die die Herrschaft über die Menschheit übernommen hat, um die Erde vor Kriegen und Umweltzerstörung zu retten. Nicht weniger als acht Leben in anderen Wesen hat sie schon hinter sich und damit verschiedenste Lebensformen auf anderen Planeten gerettet. Melanie Stryder war eine Aufständische, die sich gegen diese Invasion heftig zur Wehr setzte und zusammen mit Jared in der Wüste von Arizona im Verborgenen überlebt hatte. Als sie sich auf die Suche nach einer Verwandten machte, wurde sie von den Jägern der Invasoren gestellt. Nun wird Wanderers Seele in ihren Körper eingepflanzt. Aber ihr rebellischer Geist will sich nicht so einfach verabschieden von dieser Welt und die zwei Seelen liefern sich in Melanies Körper einen Machtkampf. Besonders die Bilder des Mannes, den Melanie liebt, machen Wanderer zu schaffen, denn die Macht der menschlichen Emotionen ist ihr völlig neu. Melanie bringt Wanderer dazu, sich auf die Suche nach der Liebe ihres Lebens zu machen und bringt sie damit in tödliche Gefahr.
Nein, ich lese sonst keine Sci-Fi-Romane. Aber den hier habe ich verschlungen. Zum einen schon, weil ich die Wüstenlandschaft Arizonas liebe. Zum anderen ist es wie versprochen Science-Fiction für Leute, die so was eigentlich nicht mögen. Eine spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen hielt mich 600 Seiten lang bei der Stange. Wie in ihren Vampir-Romanen gelingt es Stephenie Meyer auch hier, die eigentlichen Monster sympathisch erscheinen zu lassen.
Gute Unterhaltung für alle ab 16!
Gerti Greil

(Carlsen, 14.- € / Hörbuch bei HörbuchHamburg, 19.95 €)
ab vierzehn Jahren
Nur um Haaresbreite kann der fünfzehnjährige David Case seinen kleinen Bruder vor dem Tod bewahren. Als ihm bewusst wird, dass er in seinem weiteren Leben möglicherweise immer wieder einmal am Rande von Katastrophen oder auch mittendrin stehen wird, versucht er, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen: Er ändert seinen Namen in Justin Case, legt sich einen Hund zu, zieht sich anders an und beginnt mit Dauerlauf. Aber so schnell er auch rennt, er entkommt seiner Bestimmung nicht und findet sich eines Tages mitten in einem Flugzeugabsturz wieder. In seiner Not flüchtet er sich in eine Beziehung zu Agnes, die ihn aber hauptsächlich als Mittel zum Zweck benutzt. So bricht auch die zweite Welt des David/Justin Case zusammen. Werden es seine wenigen Freunde schaffen, ihm neuen Lebensmut zu geben?
Ein toller Roman um existenzielle Fragen nicht nur von Heranwachsenden. Gut nachvollziehbar sind auch die Gefühle des verwirrten Helden, der nach einem kleinen Schreck nur mehr Katastrophen auf sich zukommen sieht. Nicht unbedingt eine Liebeserklärung an die Eltern – wie auch schon der Vorgänger „So lebe ich jetzt“ – aber das braucht ein gutes Jugendbuch auch nicht zu sein.
Gerti Greil
(Ueberreuther, 10.95 €)
ab vierzehn Jahren
Jennifer bricht 1924 auf nach Alaska,
um im kleinen Städtchen Nome als Krankenschwester zu arbeiten. Sie übernimmt
dort schon bald die Aufgabe, die eingeborenen Eskimos in ihren Siedlungen
medizinisch zu versorgen und gewinnt so ihr Vertrauen. Mittlerweile ist
es Winter geworden, Jennifer lernt, sich mit Hilfe von Schlittenhunden fortzubewegen
und macht auf einer ihrer Touren durch die abgelegenen Dörfer eine gefährliche
Entdeckung: Ein schwer krankes Mädchen hat vermutlich hoch ansteckende Diphterie
und es gibt fast keinen Impfstoff mehr. Viele Kinder sterben, bevor die
rettende Medizin mit Hilfe einer Schlittenhunde-Staffel in die Wildnis gebracht
werden kann. Da fällt ein Leithund aus und Jennifers neues Können wird gebraucht.
Der überaus gut aussehende Fallensteller, in den sie sich inzwischen verliebt
hat, hat genau den richtigen Ersatz für den verletzten Leithund…
Ein spannender historischer Abenteuerroman mit wahrem Hintergrund: Das Städtchen, die Epidemie und der Retter-Schlittenhund existieren gab es tatsächlich. Die Liebesgeschichte könnte es so auch gegeben haben.
Gerti Greil
Michael Scott: Der unsterbliche Alchemyst
–
Die Geheimnisse des Nicholas Flamel
(cbj, 17.95 € / Hörbuch bei Audionauten, 24.95 €)
ab zwölf Jahren
Kaum haben die 15jährigen Zwillinge Josh und Sophie ihre Ferienjobs in San Franciso angetreten, geraten sie in ein unglaubliches Abenteuer. Joshs Arbeitgeber ist kein harmloser Buchhändler, sondern der unsterbliche Nicholas Flamel, ein Alchemyst. Dieser besitzt ein geheimes Buch der Magie, den sogenannten „Codex“, der zusammen mit Nicholas’ Frau Perenelle von seinem Gegenspieler John Dee geraubt wird. Ohne dieses Buch wird Nicholas altern und binnen kurzer Zeit sterben. Josh kann ihnen die letzten Seiten entreißen, ohne die das Böse die Weltherrschaft nicht erringen kann. Die Zwillinge müssen mit Nicholas flüchten und stellen bald fest, dass auch sie Teil einer uralten Prophezeiung sind.
Michael Scott hat eine mitreißende Mixtur aus Abenteuer, Phantastischem und alten Mythen geschaffen. Wer die Vermischung aus realer Welt und Fantasy liebt, wird voll auf seine Kosten kommen. Ich bin jedenfalls äußerst fasziniert von der Einbindung historischer Personen und antiker Sagenfiguren in eine rasante Geschichte und warte begierig auf die Fortsetzung!
Beate Laufer-Johannes
(Carlsen, 12.90 € / Hörbuch bei HörbuchHamburg, 19.95 €)
ab zehn Jahren

„Ich habe fast immer gute Laune, weiß aber nicht so viel. Oskar wusste jede Menge merkwürdige Dinge, aber seine Laune war dafür im Keller. Bestimmt ist das so, wenn man sehr schlau ist – es fallen einem zu allen schönen Sachen auch gleich noch ein paar schreckliche ein.“
Rico lebt in Berlin und ist kein besonders begabtes Kind, in seinem Kopf geht es manchmal ganz schön durcheinander. Er selbst nennt sich sehr treffend „tiefbegabt“. Eines Tages lernt er den leicht spleenigen und hochbegabten Oskar kennen und gerät mit ihm in ein spannendes Abenteuer. Oskar wird von dem berüchtigten Mister 2000 entführt, der von der Bevölkerung den Spitznamen „Aldi-Kidnapper“ erhalten hat, weil er für die Freilassung seiner Opfer nur 2000 Euro verlangt. Rico wächst über sich selbst hinaus und setzt sich auf die Spur des Entführers, um seinen Freund Oskar zu befreien.
Eine spannende und witzige Geschichte über zwei besonders ungleiche Freunde! Ein Buch, das nicht nur Kindern Spaß macht.
Beate Laufer-Johannes
Sam Stern: Licence to cook
(Oetinger, 13.90 €)
Ein gut aufgemachtes Kochbuch für Jugendliche, geschrieben
von einem Fünfzehnjährigen, das verbirgt sich hinter „Licence to cook“.
Auf die Bedürfnisse junger Leser und ihren Tagesablauf zugeschnitten, werden
sowohl Basisrezepte als auch ausgefallenere Variationen vorgestellt. Dazu
gibt es grundsätzliche Informationen übers Kochen und tolle Fotos, die Lust
auf den Herd machen.
Der Untertitel „Coole Rezepte für jeden Tag“ hält, was er verspricht: Rezepte für alle Lebenslagen, gut erklärt und unkompliziert nachzukochen. Und die Tipps vor Prüfungen werden Teenager besser erreichen als jede mütterliche Ermahnung!
Ganz nebenbei: Sams Zitronenkuchen habe ich bereits gebacken und er hat großen Anklang in der Familie gefunden!
Beate Laufer-Johannes
Kjersti Wold: Fußballgötter voll in Fahrt
(Carlsen, 12.50 €)
ab neun Jahren
Da amüsiert man sich gerade königlich und schon haut einem das Leben die fiesesten Dinge um die Ohren. Exakt Jensen, immer noch der Kleinste in seiner Klasse muss allerhand einstecken in Band 4 der Fußballgötter-Reihe. Zum einen kündigt sein Babysitter Zweimeter ihm den Dienst auf, weil er selber ein Baby erwartet. Und dann ist Exakts Mutter voll peinlich und kauft seiner Angebeteten Embla keine Tombola-Lose ab. Dabei weiß er auch so schon nicht, wie er mit ihr ins Gespräch kommen könnte. Außerdem bäckt Mama keinen Kuchen für den Norway-Cup, an dem seine Fußballmannschaft teilnehmen soll, und alle anderen Mütter schon. Da fällt auch noch Freund Patrick aus, der eigentlich die Tore für Exakts Elf schießen soll, Erbhund King verschwindet spurlos und auf Emblas Hand erscheint eine Zahl, die garantiert in keiner Kombination etwas mit Exakts Namen zu tun haben kann. Wie soll das bloß alles wieder in Ordnung kommen?
Ein weiterer liebenswerter Band aus der erfolgreichen Serie: Die Darstellung von Gefühlen und die Situationskomik zeichnen auch dieses Buch aus.
Nicht nur für Fußballbegeisterte und nicht nur für Jungs!
Gerti Greil
(cbj, 14.95 €)
ab vierzehn Jahren
Die Wolfes sind eine stolze Familie.
Sie leben zwar am Rande der Gesellschaft, aber ihr Stolz und der Zusammenhalt
in der Familie bewahren sie vor dem Abgleiten. Bis eines Tages auch dieses
Fundament zu Rutschen anfängt: Der Vater ist nach einem Unfall ohne Arbeit,
Schwester Sarah riecht zusehends mehr nach Alkohol und schlechter Gesellschaft,
Mama Wolfe geht zusätzlich Putzen, um die Familie finanziell über Wasser
zu halten, und die Brüder Ruben und Cameron müssen zu ihrer Schande als
Strafe zweimal wöchentlich den uncoolen Hund der Nachbarn ausführen und
sind auch sonst ziemliche Außenseiter. Bis beide durch Zufall entdeckt und
für illegale Boxkämpfe angeheuert werden. Sie verdienen heimlich Geld damit,
aber eines Tages müssen sie gegeneinander antreten. Gut, dass Ruben beim
Boxen nur gewinnen und Cameron besonders gut verlieren kann. Auch bei den
Mädchen läuft es ähnlich…
Zusak lässt den jüngeren Bruder Cameron in eindringlicher Sprache vom Leben der ungleichen Brüder, die trotz ihrer Randstellung unheimlichen Mut beweisen, erzählen. Ich habe sie beide ins Herz geschlossen, den Blender und den stillen Helden!
Für Jungs ab 14!
Gerti Greil
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Für Schöngeister und Literaten
Sarah Addison Allen: Mein zauberhafter
Garten
(Page & Turner, 14.95 €)
Claire Waverley lebt allein im alten Haus ihrer Familie in Bascom, North Carolina, und ist eigentlich ganz zufrieden. Sie kümmert sich liebevoll um ihren Garten und vergräbt vorsichtshalber alle Äpfel des alten Apfelbaums, dessen Früchte dem Esser das wichtigste Ereignis in seinem Leben vorhersagen. Ihr Partyservice floriert, kein Wunder, haben doch auch die essbaren Blumen aus ihrem Garten eine magische Wirkung, der sich keiner entziehen kann. Claire wird unversehens aus ihrer Ruhe gerissen, als Tyler ihr neuer Nachbar wird, der so gar nicht auf ihre magischen Fähigkeiten zu reagieren scheint. Und dann steht eines Tages auch noch ihre jüngere Schwester Sydney mitsamt Tochter Bay vor der Tür und sucht Zuflucht vor ihrem brutalen Ehemann.
Zwei Schwestern, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten, ein charmantes Städtchen, ein verwunschener Garten, dazu eine Prise Magie und Liebeswirren. Der Autorin ist ein ganz und gar bezauberndes Buch gelungen, das auch in mir die Romantikerin geweckt hat. Ein Buch zum Wohlfühlen! Wer „Chocolat“ mochte, wird dieses Buch lieben!
Beate Laufer-Johannes
Sybille Berg: Die Fahrt
(Kiepenheuer & Witsch, 19.90 €)
Ruhelos und getrieben sind die Protagonisten
in diesem Reiseroman. Die einen können es sich leisten und fahren an die
exotischsten Orte der Welt, auf der Suche nach Abwechslung und Sinn, Hauptsache,
es passiert etwas. Die anderen müssen an diesen Orten im Elend leben. Sie
haben keine Wahl und müssen bleiben, wo sie sind. Wir treffen den alternden
Hippie Peter, der als Hotelbesitzer fast im Tsunami ertrinkt. Pia verreist
eher zufällig und gerät in eine wahre Odyssee. Parul aus Bangladesh muss
den ganzen Tag Steine klopfen, um sich wenigstens eine Slumhütte leisten
zu können. Und im Grunde genommen sind alle auf der Suche nach einem kleinen
Stückchen vom Glück, das überall anders ausschauen kann.
Sybille Berg hat sich höchst selbst auf den Weg gemacht und Material gesammelt für diesen ungewöhnlichen Roman, der wie ein Puzzle aus vielen kleinen Begebenheiten besteht, die sich zu einem großen Ganzen verknüpfen. Mich haben Form und Stil sehr beeindruckt, und die einzelnen Schicksale haben mich nachhaltig in ihren Bann gezogen.
Doch Vorsicht: Nicht für jeden Leser ist der zynische Blick geeignet, mit dem Frau Berg die Menschen seziert!
Beate Laufer-Johannes
Ann Brashares: Unser letzter Sommer(C. Bertelsmann, 17.95 €)
Alice und Riley verbringen schon seit jeher ihre Sommerferien auf Fire Island, einer kleinen Ferieninsel unweit von New York. Und auch Paul vom reichen Sommerhaus nebenan war bis vor zwei Jahren mit von der Partie. Während Riley und Paul immer die dicksten Kumpel waren, fühlte Alice immer eine gewisse Distanz zu Paul. Sie ist die Jüngere des Trios und nach dem College fest entschlossen, Jura zu studieren. Aber alles ändert sich, als Paul diesen Sommer wieder auftaucht. Die beiden finden heraus, dass sie sich lieben, wollen aber Riley nicht vor den Kopf stoßen. Nach einigen Tagen unsäglichen Glücks verlässt Alice die Insel, um der plötzlich erkrankten Riley beizustehen, ohne Paul zu sagen, warum. Sie fühlt sich schuldig wegen ihres Geheimnisses und kehrt nicht zu Paul zurück.
Eine richtig schöne Sommerlektüre über eine erste große Liebe im letzten Sommer einer Jugend. Besonders auch für die jetzt schon (fast) erwachsenen Leser der Jugendbücher „Eine für Vier“ von Ann Brashares.
Gerti Greil
(btb, 19.95 €)
Hanna Heath, international anerkannte
der Buchkonservatorin, wird von der UNO im Jahre 1996 nach Sarajevo gerufen,
um die Haggadah, ein kostbares jüdisch Hausbuch aus dem 15.Jahrhundert,
zu untersuchen und zu restaurieren. Während des Beschusses der Stadt war
diese Kostbarkeit von dem muslimischen Bibliotheksleiter Ozren unter Einsatz
seines Lebens gerettet worden. Hanna beginnt mit großer Akribie die Arbeit
an dem Buch und unterliegt nach kürzester Zeit der Faszination, die davon
ausgeht. Sie will die Irrwege, die die Haggadah nach Sarajevo gebracht haben,
enträtseln. Und während sie den winzigen Spuren, die auf und zwischen den
Seiten vorhanden sind, nachgeht, wird jeweils erzählt wie eben dieses Detail
in das Buch kam. Beginnend im späten 15.Jahrhundert in Nordspanien, als
die Juden nach einer langen Zeit des friedlichen Zusammenlebens der drei
großen Religionen auf Befehl des katholischen Königspaares die iberische
Halbinsel verlassen müssen, bis hin zum großen Exodus im 20 Jahrhundert,
wird die Geschichte der ewigen Verfolgung und Vertreibung der Juden mit
der Entstehung des Buches verknüpft. Dabei trifft Hanna auch im Privatleben
auf einige Ungereimtheiten und wird Opfer einer großen Intrige.
Die preisgekrönte Autorin erzeugt Spannung, indem sie den Leser Stück für
Stück in die Vergangenheit zurückführt und gleichzeitig Hanna ihre eigene
Vergangenheit entdecken lässt. Ein Buch, das man erst dann aus der Hand
legt, wenn alle Rätsel komplett gelöst sind. Absolut lesenswert, auch für
Leser, die Historienschinken sonst nicht in die Hand nehmen.
Sybille vom Dorp
(btb, 17.95 €)
An seinem 20. Geburtstag will sich
Jeremy mit Tabletten umbringen, weil ihn seine große Liebe Viktoria verlassen
hat. Doch dann passiert das Unglaubliche: Er wacht wieder auf, zärtlich
geweckt von Viktoria, die ihm zum 21. Geburtstag gratuliert. Mittlerweile
ist ein ganzes Jahr vergangen, das komplett aus seinem Gedächtnis verschwunden
ist. Noch bevor er das Rätsel lösen kann, schläft er wieder ein. Und als
er das nächste Mal erwacht, sind bereits zwei Jahre vergangen. So geht es
in immer größeren Abständen weiter: Jeremy wird nur wenige Tage seines Lebens
bewusst erleben und muss feststellen, dass sein anderes Ich in der Zwischenzeit
rücksichtslos sämtliche Beziehungen zerstört. Um seine Liebe zu retten,
bleibt ihm daher immer nur ein einziger Tag.
Der Autor hat mich gleich mit seinen ersten Sätzen regelrecht gefangen genommen, Jeremys Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen: Ein ungemein bewegendes Buch mit einem tröstlichen Ende!
Beate Laufer-Johannes
(Droemer, 16.95 € / Hörbuch bei Argon, 19.95 €)
Als die 52jährige Virginia zufällig
im Feinkostgeschäft ihren ehemaligen Partner David sieht, überwältigen
sie unvermittelt ihre aufgestauten Gefühle. David und sie waren lange ein
Paar, eine Heirat hat sie immer abgelehnt. Vor neun Monaten hat David sie
verlassen und Virginia ist noch längst nicht darüber hinweg. In Panik flieht
sie regelrecht aus dem Geschäft und steigt kurz entschlossen nicht in ihren,
sondern in seinem Wagen. Dort versteckt sie sich auf der Rückbank in alten
Pullovern. Unbemerkt fährt sie mit ihm nach Hause und versucht sich über
ihre Gefühle klar zu werden.
Wie verarbeitet man eine Trennung nach einer langjährigen Beziehung? Einfühlsam und authentisch lässt uns die Autorin an den unterschiedlichen Stadien der Bewältigung teilhaben. Ein ungemein offenes, bewegendes Buch nicht nur für frisch oder bereits länger Getrennte!
Beate Laufer-Johannes
Karen Duve: Taxi
(Eichborn, 19.95 € / Hörbuch bei Eichborn, 19.95 €))
Alex Hartwig hat eine abgebrochene Lehre hinter sich
und lässt sich mehr oder weniger ziellos treiben, als ihr die Anzeige „Taxifahrerin
gesucht“ in die Hände fällt. Trotz schlechter Ortskenntnis besteht sie die
Prüfung und landet in einem ganz eigenen männlichen Kosmos. Ihre Kollegen
sind mehrheitlich gescheiterte Existenzen, jobbende Studenten oder erfolglose
Künstler. Nur in einem sind sie sich einig und stehen zusammen: gegen unverschämte
Fahrgäste. Und auch Alex macht so ihre Erfahrungen mit pöbelnden Zuhältern,
Betrunkenen oder besserwisserischen Oberlehrern. Nachts fährt sie endlos
lange Schichten und tagsüber verkriecht sie sich in ihr Bett. Kein Wunder,
dass sie kaum aus ihrer Lethargie herauskommt und zu Beziehungen nicht fähig
ist.
Karen Duve weiß, worüber sie schreibt, hat sie doch viele Jahre lang selbst als Taxifahrerin gearbeitet. Doch der Roman ist viel mehr als ein Zyklus skurriler Fahrgastgeschichten, denn die eigentlich deprimierende Geschichte einer Frau mit unbefriedigenden Beziehungen wird derart furios und gleichzeitig lakonisch erzählt, das man sich ihrem Sog nicht entziehen kann.
Beate Laufer-Johannes
Ildefonso Falcones: Die Kathedrale des Meeres
Katalanien 1320: Die prächtige Hochzeit des leibeigenen Bauern Bernat mit der hübschen Francesca ist seinem Landesherrn ein Dorn im Auge. Deswegen taucht er uneingeladen auf und fordert das Recht der ersten Nacht ein. Brutal vergewaltigt er die Braut und zwingt auch Bernat dazu. Damit wird eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die Bernat und seinen Sohn Arnau, der aus dieser brutalen Hochzeitsnacht hervorgeht, zwingen sein Land zu verlassen. Sie fliehen zu Verwandten nach Barcelona, wo er nach einem Jahr die Bürgerrechte erlangen kann und aus der Leibeigenschaft entkommt. Sein reicher Schwager entlässt ihn aber trotzdem nicht in die Freiheit, weil dies seinem Ruf schaden könnte. Der kleine Arnau hingegen stromert durch die Stadt und findet einen Freund in dem gleichermaßen mutterlosen Joanet. Gemeinsam entdecken sie eines Tages die Statue der Muttergottes in einer Kapelle von Santa Maria del Mar und adoptieren sie quasi als Ersatzmutter, zu der sie mit allen Sorgen kommen. Fasziniert vom Neubau der Kirche weihen sie ihr bald ihr ganzes Dasein: Arnau als Steinträger, der die Blöcke aus dem Steinbruch zur Kirche schleppt, und Joanet, indem er dem Dominikaner-Orden beitritt. Beiden gelingt es, sich aus ihrer ärmlichen Existenz zu befreien, Arnau wird sogar zum Seekonsul und Joanet zum Inquisitor ernannt. Aber die Vergangenheit holt sie immer wieder ein, denn ihre niedere Abstammung verzeiht ihnen der alles bestimmende Adel nicht. Und schließlich gerät Arnau in die Fänge der Inquisition…
Ein sehr spannender historischer Roman mit gutem Ende. Interessant fanden wir die Abhängigkeitsgeflechte zwischen Christen, Juden und Mauren und die rechtsgeschichtlichen Hintergründe um den Sonderstatus des spätmittelalterlichen Barcelona– da merkt man, dass der Autor Jurist ist. Für alle Freunde der Säulen der Erde ein Muss!
Sybille vom Dorp und Gerti Greil
(Blessing, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
Als zweiter Sohn eines kleinen Weinbauern hat Josep Alvarez
nicht viel vom Leben zu erwarten. Der große Bruder erbt den Weinberg, für
ihn selbst gibt es kaum Arbeit und keine Perspektive in dem kleinen spanischen
Dorf Eulalia, nicht weit von der französischen Grenze. Obwohl ihm der um
1870 aufflammende Bürgerkrieg eigentlich nichts bedeutet, meldet er sich
zur Miliz, wird in eine dubiose Aktion in Madrid verstrickt und flieht schließlich
nach Frankreich. Dort lernt er, dass man aus Trauben nicht nur Essig sondern
mit Geschick und sorgfältiger Pflege einen hervorragenden Wein herstellen
kann. Zurück in seinem Heimatdorf kauft er seinem Bruder den Weinberg ab
und versucht vom Essig- zum Weinbauern zu werden. Parallel dazu entwickelt
sich noch eine anrührende Liebesgeschichte, von der der Leser manchmal mehr
ahnt als das Paar selbst.
Noah Gordon hat wieder ausgezeichnet recherchiert und führt uns das dörfliche Leben in Spanien so plastisch vor Augen, als wäre er selbst dort aufgewachsen. Er kann die Neugier des Lesers auf seine Erzählung immer so hoch halten, dass ich dieses Buch innerhalb kürzester Zeit auslesen musste.
Norbert Johannes
Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen
(Kiepenheuer & Witsch, 16.95 € / Hörbuch bei Jumbo, 22.95 €)
So wie sich manche Türen im alten labyrinthischen Haus der verstorbenen Großmutter nur von einer Seite aus öffnen lassen, kann auch Iris die Türen der Erinnerung nicht beliebig aufstoßen, weil manche davon einseitig verriegelt sind. Nach vielen Jahren kehrt sie zur Beerdigung von Großmutter Bertha zurück und erbt das Haus, in dem sie die Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Mit der alten Vertrautheit tauchen auch all die Gedanken wieder auf, die sie lange Zeit weggesperrt hatte: Der langsame Verfall des Gedächtnisses von Großmutter Bertha, die endlosen Sommer im Apfelgarten und der Tod von Cousine Rosmarie, der den Schlusspunkt von Iris´ Kindheit markiert. Vergessen waren auch all die Geschichten über die Großtante Anna, den strengen Großvater, über die Männergeschichten von Mutter und Tanten, die diversen Stürze und über Apfelbäume, die zur Unzeit reife Früchte tragen. Und dann taucht da in echt auch noch Max auf, den sie als Kind immer lieber übersehen hat und der sich jetzt nicht mehr ignorieren lässt.
Ein schöner ruhiger Roman über die Tuchfühlung mit der Vergangenheit und einem versöhnlichen Ende für gemütliche Lesestunden bei Apfeltee, Apfelgelee oder Apfelkuchen!
Gerti Greil
Tanja Heitmann: Morgenrot
(Heyne, 17.95 €)

Seit ihrer frühesten Jugend ist Lea dem schwärmerischen Ideal der Romantik verfallen. Aus der begeisterten Leserin von Schauerromanen ist inzwischen eine begabte Literaturstudentin geworden, die dank eines Stipendiums in einer recht unwirtlichen Stadt irgendwo im Osten gelandet ist. Ihr Professor wird Dank ihres scharfen Verstandes auf sie aufmerksam und lädt sie zu einem abendlichen Arbeitsessen ein. Dort begegnet sie dem finster vor sich hinbrütenden Adam, der sie auf unerklärliche Weise anzieht. Wie in Hypnose wartet sie auf ein Wiedersehen. Als Adam schließlich nicht mehr die Kraft hat, sich von ihr fernzuhalten, gerät Lea in einen Sog von Ereignissen, der sie fast das Leben kostet. Sie flieht in ihre Heimat und versucht, den Horror zu vergessen, doch eines Tages findet Adam sie wieder.
Hier ist die deutsche Antwort auf Twilight, allerdings für ein etwas reiferes Publikum. Herrlich, wie Tanja Heitmann mit dem Genre spielt und ihre Protagonistin in einen Schauerroman hineinversetzt. Eine rasante Erzählung mit spannendem Finale für alle Freundinnen des Vampirromans.
Gerti Greil

Jane Johnson: Die zehnte Gabe
(Page & Turner, 17.95 €)
Nach sieben Jahren Heimlichkeiten wird Julia Lovat von ihrem Liebhaber Michael, dem Mann ihrer Freundin, verlassen. Zum Abschied schenkt er ihr ein wundervolles Stickereibuch aus dem 17. Jahrhundert, denn Julia ist eine passionierte Stickerin. Trotz des Trennungsschmerzes fühlt Julia Trost von dem Buch ausgehen und entdeckt bei näherem Hinsehen, dass in dem Buch ein Geheimnis verborgen ist: Der erschütternde Bericht einer Entführung! An einem Sonntag im Jahre 1625 raubten marokkanische Sklavenjäger 60 Personen aus einer Kirche an der Küste Cornwalls, unter ihnen die Besitzerin des Stickbuches, Catherine Tregenna. Es war Catherine mit ihren Stickereien gelungen, ein geheimes Tagebuch zu führen. Die Frage, nach dem Schicksal der jungen Frau und wie das Buch wieder zurück nach England kam, führt Julia nach Marokko und ihre Nachforschungen bleiben nicht ohne Erfolg.
„Die zehnte Gabe" ist ein faszinierender und spannender Roman,
der seine Dynamik durch den Wechsel der Geschichte in den Jahrhunderten
erhält. Absolut empfehlenswert, aber eher für Frauen.
Sybille vom Dorp
Hari Kunzru: Revolution
(Blessing, 19.95 €)

An seinem fünfzigsten Geburtstag lässt Michael Frame sein Leben Revue passieren. Im London der sechziger Jahre aufgewachsen, kam er früh in Kontakt mit linken, pazifistischen Studentenvereinigungen, die gegen den Vietnam-Krieg demonstrierten. Schnell erlangte er auch Zugang zu einer aggressiver operierenden Gruppierung, die Hausbesetzungen und Protestaktionen organisierte. Nach der gewaltsamen Niederschlagung einer groß angelegten Hausbesetzung änderte sich langsam das Klima: Die Aktionen wurden immer militanter, bis sich schließlich eine Terrorgruppe entwickelte, deren Aktivitäten außer Kontrolle gerieten. Michael war damit nicht mehr einverstanden und verriet die Gruppe. Bis in die Gegenwart verunsichert ihn, dass manche Mitglieder nie gefasst wurden. Und von diesem Teil seines Lebens weiß seine Frau nichts...
Hari Kunzru vermittelt das Lebensgefühl und die Ideologie eines überzeugten Mitläufers ausgesprochen detailreich und dicht mit einer präzisen und schonungslosen Sprache. Ein Buch, das mir persönlich einen tieferen Einblick in die Zeit der 68er gegeben hat.
Roman Johannes
Jodi Picoult: 19 Minuten
(Piper, 19.90 € / Hörbuch bei Der Hörverlag, 29.95 €)
Als die Hebamme Lacy Houghton erfährt, dass es an der Schule ihres Sohnes Peter zu einer Schießerei gekommen ist, eilt sie sofort dorthin. Mit Entsetzen muss sie feststellen, dass es Peter ist, der innerhalb von neunzehn Minuten ein Massaker angerichtet hat. Sein Selbstmord ist fehlgeschlagen und er wird festgenommen. Doch was ist genau passiert in diesen schrecklichen neunzehn Minuten? Peters Sandkastenfreundin Josie war dabei, doch sie behauptet, sich an nichts mehr zu erinnern. Ihre Mutter übernimmt als Richterin den Prozess gegen Peter, und zu ihrem Entsetzen ruft Peters Anwalt Josie als Zeugin auf.
Die Autorin hat gründlich recherchiert und vermeidet pauschalisierte Schuldzuweisungen. Mutig blickt sie auf die Hintergründe einer unbegreiflichen Tat und zeigt die Demütigungen und Schikanen, denen unbeliebte Außenseiter tagtäglich in der Schule ausgesetzt sind. Dieses erschütternde Psychogramm ist mir noch sehr lange nachgegangen.
Beate Laufer-Johannes
Anne B. Ragde: Einsiedlerkrebse
(btb, 17.95 €)

Wie geht man mit einem Familiengeheimnis um, das jeder kennt, aber niemand ausspricht? Trotz dramatischer Enthüllungen geht das Leben der drei höchst unterschiedlichen Brüder weiter. Tor wohnt nach wie vor mehr schlecht als recht zusammen mit seinem Halbbruder, den er Zeit seines Lebens für seinen Vater hielt, auf dem verwahrlosten Schweinezüchterhof Byneset. Margido, der Zweitälteste, steckt weiterhin all seine Energie in sein Bestattungsunternehmen, doch auch er ist vor Veränderungen nicht gefeit. Erland, der Jüngste, lebt unbeschwert und zufrieden mit seinem Lebensgefährten in Kopenhagen, bis dieser sich plötzlich ein Kind wünscht. Und Torum, Tors Tochter, muß sich allmählich entscheiden, ob sie weiterhin in Oslo bleiben will oder sich für die Übernahme des Hofs entscheidet. Als sich Tor verletzt und nicht mehr um seine Schweine kümmern kann, spitzt sich die Lage zu.
Ein regelrechtes Muss für alle Leser von „Das Lügenhaus“. Man taucht auch in der Fortsetzung völlig ein in die Familiensaga, hofft und bangt mit den Hauptfiguren und möchte sie manches Mal an der Schulter packen und aufrütteln. Das Ende ist offen und lässt einen ungeduldig auf die Fortsetzung warten!
Beate Laufer-Johannes
Bernhard Schlink: Das Wochenende
(Diogenes, 18.90 € / Hörbuch bei Diogenes, 24.90 €)
Der Terrorist Jörg wird nach 25 Jahren Haft vom Bundespräsidenten begnadigt. Seine Schwester holt ihn aus dem Gefängnis ab und bringt ihn zu einem alten Landhaus mit Garten in Brandenburg. Dort hat sie ehemalige Freunde und alte Kampfgefährten von Jörg versammelt, um die Entlassung zu feiern. Doch so einfach ist das nicht: Die Versammelten haben sich mehr oder weniger im bürgerlichen Leben gemütlich eingerichtet, und der verunsicherte Jörg wirkt da wie ein Katalysator, der die Lebenslügen jedes Einzelnen entlarvt, auch seine eigenen.
Bernhard Schlinks Protagonist ähnelt in vielem dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar, nur dass dieser nicht begnadigt wurde. Und sein Roman bringt die Widersprüchlichkeit im Umgang mit der RAF zum Ausdruck, ein Pendeln zwischen romantischer Verklärung und Verteufelung. Ein hochaktuelles Thema über unseren ganz persönlichen Umgang mit der Vergangenheit.
Beate Laufer-Johannes
Martin Suter: Der letzte Weynfeldt
(Diogenes, 19.90 € / Hörbuch bei Diogenes, 34.90 €)
Held der Geschichte ist Adrian Weynfeldt,
Mittfünfziger und Kunstexperte. Das von seinen Eltern ererbte Vermögen und
seine Arbeit in einem renommierten Auktionshaus erlauben ihm ein ruhiges,
komfortables und sorgenfreies Leben in seiner 500 qm Wohnung. Er fühlt sich
nicht einsam, hat er doch mehrere Freundeskreise, mit denen er regelmäßig
verkehrt. Mit der Liebe glaubt er abgeschlossen zu haben, nachdem fast dreißig
Jahre zuvor eine Liebesbeziehung zu einer jungen Engländerin unglücklich
endete. Aber eines Abends trifft er in einer Edel-Bar Lorena, die eine unglaubliche
Ähnlichkeit mit seiner verlorenen Geliebten hat. Durch diese Begegnung gerät
Adrians geordnetes, fast schon spießbürgerliches Leben in ziemliche Aufregung.
Eine Lawine von Verschwörung, Betrügereien und Intrigen bricht über Adrian
Weynfeldt herein, der aber alle Herausforderungen meistert und am Ende ein
wirklicher Held ist.
Der neue Roman von Martin Suter ist großartig gelungen. Die Figuren sind exzellent gezeichnet, der Plot genial und die Hauptperson ein liebenswerter Held. Achtung: Hat man einmal mit dem Lesen angefangen, kann man wirklich nur extrem schwer wieder aufhören. Mir ist es bis zum guten Ende nicht gelungen!
Sybille vom Dorp
(Krüger, 19.90 € / Hörbuch bei Argon,
24.95 €)
Bamberg 1626: Nach einigen Jahren des Medizinstudiums in Italien kehrt der junge Cornelius Weinmann in seine Heimatstadt zurück, um die Praxis seines verstorbenen Vaters weiter zu führen. Nicht vieles scheint sich verändert zu haben außer Johanna Wolff, der Tochter des Apothekers, die zu einer hübschen jungen Frau geworden ist und Cornelius durch ihre Intelligenz beeindruckt. Aber die Idylle trügt. Unwetter, Missernte, die Unruhen durch die Reformation und der herrschende Krieg haben die abergläubische Bevölkerung verängstigt. Schnell wird der Ruf nach Schuldigen laut und schon bald glaubt man, sie gefunden zu haben: Hexen und Zauberer in der Gestalt normaler Menschen. In kürzester Zeit lodern die ersten Scheiterhaufen und die Hexenjagd wird zum Flächenbrand, denn der dekadente Fürstbischof Fuchs von Dornheim und sein fanatischer und machtbesessener Weihbischof Friedrich Förner nutzen ihre Macht rücksichtslos, um die freien Bürger Bambergs zu beseitigen und ihre Besitztümer an sich zu bringen. Erst das Herannahen der schwedischen Truppen bereitet den Massenhinrichtungen ein Ende.
Sabine Weigand ist mit ihrem Buch wieder ein herausragend recherchierter historischer Roman gelungen. Eingebettet in eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ist die Liebesgeschichte des jungen Arztes zu der Apothekerstochter Johanna, die in den Sog des Hexenwahns gerät. Erschütternd, spannend und absolut lesenswert, nicht nur für Bamberg-Fans!
Sybille vom Dorp
(Blanvalet, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)

Liebevoll, aber bestimmt holt der Tod jene zu sich, deren Zeit abgelaufen ist, ohne Ansehen des Einzelschicksals der Menschen. Diese Routine wird eines Tages unterbrochen, als er auf Liesel Meininger trifft: In einem Eisenbahnwagon muss er ihren Bruder holen und wird auf das Mädchen aufmerksam, das von ihrer Mutter zu einer Pflegefamilie in das Städtchen Molching in der Nähe von München gebracht wird. Das Los der kleinen Liesel lässt den Tod nicht mehr los und er beobachtet den Weg Liesels in ihrer neuen Familie und durch den zweiten Weltkrieg.
Wir lernen den sensiblen Pflegevater von Liesel kennen, der eines Tages überaus couragiert den Juden Max in seinem Keller versteckt. Und die polternde aber herzensgute Pflegemutter, die das Mädchen laut schimpfend in ihr Herz schließt. Schließlich ist da noch Rudi Steiner, der es vor allem darauf abgesehen hat, sich irgendwann einen Kuss von Liesel zu verdienen und ihr dabei behilflich ist, sich das ein oder andere Buch zu klauen, mit denen Liesel das Lesen lernt.
All diese überaus liebevoll gezeichneten Personen werden hineingestellt in den größeren Kontext der Herrschaft des Nationalsozialismus und damit einhergehend der täglichen Repressalien und des Kampfes ums Überleben. Und über allem steht stets der Tod, der sich durch die Umstände letztendlich selber als Verfolgter und Opfer der grausamen Ereignisse sieht.
Wow! Ein großer Wurf des australischen Autors, der hier auf den unterschiedlichsten Ebenen literarisch agiert. Ein Leckerbissen für alle, die beim Lesen gerne etwas genauer hinsehen, mit einem menschenfreundlichen Tod als Erzähler und einer lesenden und vorlesenden Diebin als Protagonistin. Eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Thema und sprachlich durch eine hervorragende Übersetzung gleichermaßen überzeugend!
Für jung und alt!
Gerti Greil
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Für Freunde des Nervenkitzels

Mary Higgins Clark: Warte bis du schläfst
(Heyne, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
Vor zehn Jahren verschwand Carolyns Bruder Mack. Jedes Jahr am Muttertag meldet er sich, versichert, dass es ihm gut gehe, legt aber auf, sobald seine Mutter nachfragt. Carolyn hält diese Ungewissheit nicht mehr aus und kündigt ihm bei seinem jährlichen Telefonat an, dass sie ihn suchen wird. Zeitgleich wird eine junge Frau entführt, die von ihrem Entführer die Erlaubnis erhält, ausgerechnet am Muttertag mit ihrer Familie zu telefonieren. Als Carolyn mit ihrer Recherche beginnt, stellt sich rasch heraus, dass das Hausmeisterehepaar des Apartmenthauses, in dem Mack sich mit Studienkollegen ein Zimmer teilte, etwas verheimlicht. Sie kommt dem Täter immer näher und zusehends verstärkt sich ihr Verdacht, dass die Entführung der jungen Frau mit ihrem Bruder zusammenhängt. Sollte er am Ende der Täter sein?
Mary Higgins Clark, die „grande dame“ des Thrillers, versteht ihr Handwerk glänzend. Ihr ist auch dieses Mal wieder ein fesselnder Kriminalroman gelungen, der den Leser lang im Dunkeln tappen lässt. Was so harmlos beginnt, wird immer beunruhigender, bis hin zum grandiosen Showdown!
Beate Laufer-Johannes

Joy Fielding: Die Katze
(Goldmann, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
Die Journalistin Charley Webb polarisiert mit ihren sehr persönlichen, bissigen Kolumnen die Leserschaft. Daher ist sie es eigentlich gewohnt, sowohl Droh- als auch Fanbriefe zu bekommen. Doch dieses Mal ist alles anders. Per E-Mail treffen Morddrohungen gegen sie und ihre beiden Kinder ein, gleichzeitig erhält sie per Post die bewundernden Briefe der zum Tode verurteilten Kindermörderin Jill Rohmer. Die möchte, dass Charley ihre Geschichte aufschreibt. Als Charley den Auftrag annimmt, ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie dadurch ihre kleine Familie bringen wird. Denn Jill hatte einen Mittäter, der noch auf freiem Fuß ist...
Ein absolut faszinierender Thriller voll überraschender Wendungen, dessen Sog man sich einfach nicht entziehen kann!
Beate Laufer-Johannes
Sebastian Fitzek: Das Kind
(Droemer, 16.95 € / Hörbuch bei Lübbe Audio, 19.95 €)
Der etablierte Strafverteidiger Robert
Stern lässt sich von seiner Ex-Freundin Carina zu einem Treffen mit dem
zehnjährigen todkranken Simon überreden, der behauptet, ein Mörder zu sein.
Stern findet an dem angegebenen Ort wirklich eine Leiche, deren Schädel
mit einer Axt gespalten wurde. Die Sache hat nur einen entscheidenden Haken:
Das Opfer wurde vor ca. fünfzehn Jahren getötet. Stern will den Fall eigentlich
gar nicht übernehmen, aber dann wird ihm eine DVD zugespielt, mit Aufnahmen
seines vor Jahren an plötzlichem Kindstod gestorbenen Jungen. Und eine geheimnisvolle
Stimme deutet an, dass sein Kind noch lebt. Robert soll weitere Informationen
im Austausch gegen seine Ermittlungsergebnisse erhalten.
In diesem actionreichen Psychothriller geht es in rasantem Erzähltempo gleich heftig zur Sache. Und trotz einiger Unwahrscheinlichkeiten fesselt „Das Kind“ ungemein, denn der Autor vermischt äußerst gekonnt medizinisches Wissen und die Vergangenheit seiner Figuren mit dem brisanten Thema des Kindesmissbrauchs.
Beate Laufer-Johannes
Ariana Franklin: Die Teufelshaube
(Droemer, 19.95 € / Hörbuch bei Der Hörverlag, 29.95 €)
Die Totenleserin ist zurück!
Wir befinden uns wieder im England, 12. Jahrhundert. König Heinrich hat Adelia nicht wieder nach Salerno zurückkehren lassen. Sie ist mittlerweile Mutter einer kleinen Tochter und lebt recht zufrieden mit ihren alten Freunden im Sumpfland. Doch mit der Ruhe und dem Frieden ist es bald vorbei. Die schöne Rosamund, Mätresse des Königs, ist ermordet worden. Man hat sie mit Pilzen vergiftet und alles deutet darauf hin, dass Eleanor, die Frau des Königs, hinter dem perfiden Mordanschlag steckt. Der König tobt, und es scheint, als stünde England erneut am Rande eines furchtbaren Bürgerkriegs. König und Königin sammeln ihre Anhänger um sich und es sieht so aus, als genüge nur noch ein kleiner Funke, um den Brand in Gang zu setzten. In dieser Situation soll Sir Rowley, nun Bischof von St. Albans (und Vater der kleinen Tochter von Adelia) herausfinden, ob all das der Wahrheit entspricht oder ob sich nicht doch finstere Intrigen hinter dem so Offensichtlichen verbergen. Er bittet Adelia um Hilfe. Widerwillig lässt Adelia sich auf die Mitarbeit ein. Ihr wissenschaftlich geschulter Verstand entdeckt nach und nach immer mehr Dinge, die nicht in das sorgfältig arrangierte Bild einer eifersüchtigen und rachsüchtigen Königin passen. Im tiefsten Winter unter eisigen Bedingungen muss Adelia die Fäden entwirren, um sich und ihre kleine Tochter zu schützen.
Auch dieser Nachfolgeband der "Totenleserin" ist absolut gelungen - spannend und dicht- und zieht den Leser schon nach kürzester Zeit in seinen Bann. Ich empfehle, das Buch möglichst auf einem Sofa unter einer kuscheligen Decke zu lesen, denn die Eiseskälte der Landschaft und der Gebäude durchdringen einen von innen heraus.
Sybille vom Dorp
Tess Gerritsen: Leichenraub
(Limes, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
Julia Hamill hat sich nach ihrer Scheidung ein altes,
renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Als sie den verwilderten Garten umgräbt,
stösst sie auf den Schädel einer Frau. Schnell stellt sich bei den polizeilichen
Untersuchungen heraus, dass es sich um alte Knochen handelt. Julia lässt
der Fund jedoch nicht los, und sie beginnt selbst nachzuforschen. Die Spur
führt weit in die Vergangenheit zurück, mitten in einen Kriminalfall aus
einer Zeit, als Leichenräuber für anatomische Studien frische Gräber plünderten.
Tess Gerritsen gönnt in diesem Thriller ihren angestammten Serienhelden Jane Rizzoli und Maura Isles eine kleine Pause, was allerdings kein Nachteil ist. Das Ergebnis ist ein außerordentlich farbiger Historienthriller über den Alltag von Medizinstudenten im 19. Jahrhundert und die Anfänge der Forensik. Die realistischen Schilderungen versetzen den Leser in eine düstere Zeit und lassen einen dankbar sein, dass wir in der Moderne leben.
Beate Laufer-Johannes
John Grisham: Die Berufung
(Heyne, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
In Bowmore, Mississippi, geht ein viermonatiger Prozess
zu Ende mit einem vernichtenden Urteil für die Firma Krane Chemical. 41
Millionen Dollar Schadenersatz soll die Firma, die dreissig Jahre lang giftige
Chemikalien und Pestizide illegal in Flüsse und Boden geleitet hat, zahlen.
Die Zahl der Krebserkrankungen in der kleinen Stadt war in astronomische
Höhen geschnellt. Eine Frau, deren Mann und kleiner Sohn qualvoll an Krebs
gestorben waren, hatte genug Mut gefaßt, um den juristischen Kampf gegen
das mächtige Unternehmen aufzunehmen, und gewonnen! Wie es scheint. Denn
der Chemiekonzern, angeführt von dem skrupellosen und geldgierigen Carl
Trudeau, akzepiert das Urteil nicht, sondern geht in Berufung. Er hat dafür
ein Jahr Zeit. Genug, um sich mit Einfluß, Macht und dem Einsatz von sehr
viel Geld aus der Verantwortung zu ziehen und die Firma und damit die eigenen
Millionen zu retten.
John Grisham ist mit seinem neuen Buch zur Justiz zurückgekehrt. Sein Roman um die Machenschaften eines Großkonzerns, Machtmißbrauch, politische Intrige und juristischen Betrug ist absolut lesenswert.
Sybille vom Dorp
Stephen King: Wahn
(Heyne, 22.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 49.95 €)
Bei einem schrecklichen Unfall verliert
der Bauunternehmer Edgar Freemantle nicht nur seinen rechten Arm, seine
Verletzungen sind so schwerwiegend, dass er nur mühsam wieder auf die Beine
kommt. Er leidet unter Wortfindungsstörungen und unkontrollierten Wutausbrüchen.
Auf einer einsamen Insel sucht der Linkshänder Trost in der Malerei. Etwas
Merkwürdiges ist dabei im Gange, denn oft malt Edgar wie in Trance, auch
Dinge, die er nicht wissen kann. Allmählich verändern seine Bilder die Realität,
dann entwickeln sie mehr und mehr ein tödliches Eigenleben. Zusammen mit
dem Anwalt Wireman kommt Edgar dem grausigen Geheimnis der Insel auf die
Spur.
Der Erfolgsautor schafft es mit seiner grandiosen, überbordenden Phantasie immer wieder, den Leser tief in seine Alptraumwelt hinein zu ziehen. Dass die mystischen Elemente dieses Mal nicht überwiegen, sondern die Konzentration eher auf der Entwicklung der Hauptfigur liegt, hat mir persönlich ausgesprochen gut gefallen.
Beate Laufer-Johannes
Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte
(btb, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
PLANE ERIK BERGMANN UMZUBRINGEN. MAL SEHEN, OB DU MICH AUFHALTEN KANNST
Kommissar Gunnar Barbarotti ist auf dem Weg in den wohlverdienten Urlaub, als ihm der Postbote noch schnell einige Briefe mitgibt. Auf Gotland angekommen, entdeckt er darunter eine anonyme Morddrohung, die er telefonisch an seine Kollegen weitergibt. Als wie angekündigt ein Erik Bergmann beim Joggen umgebracht wird, muß Barbarotti seinen Urlaub abbrechen. Zu Hause wartet schon der nächste anonyme Brief. Der Mörder spielt mit der Polizei Katz und Maus, denn immer neue Briefe treffen ein, die Polizei kommt immer zu spät und sucht fieberhaft nach einer Verbindung zwischen den Mordopfern. Offenbar trafen sich alle vor fünf Jahren zufällig im Urlaub in Frankreich. Was ist dort passiert?
Ein spannend konstruierter und intelligent geschriebener Kriminalroman, der den Leser auf die Folter spannt. Die überaus ausgeklügelte Geschichte zog mich vollständig in ihren Bann. Und Kommissar Barbarotti ist eine äußerst sympathische Figur, von der ich gerne mehr lesen würde, reagiert er doch so, wie ich mir den idealen Kommissar vorstelle, privat und dienstlich.
Beate Laufer-Johannes
Louise Penny: Und die Furcht gebiert den Zorn
(Limes, 19.95 €)
Three Pines, ein kleines Nest in der
Provinz Quebec, ist der Ort der Sehnsucht für all jene, die das hektische
Leben der Großstadt satt haben. Dennoch ist das kleine Örtchen nicht so
friedlich wie es scheint. Bereits zum zweiten Mal wird der Besitzer des
imposanten Hadley House ermordet. Diesmal ist es die Autorin und Inneneinrichterin
CC de Poitiers, die durch einen überaus einfallsreichen Mord umkommt. Aus
der Hauptstadt reist Chief Inspector Armand Gamache an, der die Einwohner
von Three Pines noch vom letzten Mord in bester Erinnerung hat. Eine Seele
von Mensch ist er, dieser Gamache und er muss all seinen Intellekt und seine
Menschenkenntnis einsetzen, um raus zu finden, warum der Tod von CC beim
Curling und der Mord an einer Pennerin in Montreal zusammenhängen. Aber
lange Zeit ergibt erst einmal gar nichts einen Sinn…
Ich fand das Personeninventar dieses Krimis, in der Mehrheit sture Eigenbrötler mit mehr oder weniger grauen Haaren, einfach so unterhaltsam scharfsinnig geschildert, dass von mir aus gar kein Mord stattgefunden haben müsste. Wer die bierernsten Ermittlerkrimis satt hat, der lese dieses Buch, dessen phantasieloser Titel leider verschleiert, was in ihm steckt.
Gerti Greil
Ian Rankin: Ein Rest von Schuld
(Manhattan, 19.95 €)
Die letzte Woche vor seiner Pensionierung will Inspektor John Rebus in aller Ruhe verbringen, doch daraus wird nichts. Ein russischer Lyriker wird in einer düsteren Ecke erschlagen aufgefunden. Was zunächst wie ein missglückter Raubüberfall aussieht, gewinnt an Brisanz, als Rebus eine Delegation reicher russischer Investoren mit Kontakten zum örtlichen organisierten Verbrechen mit dem Fall in Verbindung bringt. Und auch sein Erzfeind Big Ger Gafferty scheint darin verwickelt zu sein. Rebus wäre nicht unser sperriger Ermittler, wenn es ihm nicht auch noch bei seinem letzten Fall gelingen würde, bei seinen Vorgesetzten in Ungnade zu fallen. Doch selbst ein suspendierter Rebus lässt nicht locker, vor allem dann, wenn er selbst zum Tatverdächtigen wird.
Nun ist es also doch passiert, der Autor schickt John Rebus wie es sich gehört mit einem komplexen, hochaktuellen Fall in den Ruhestand, der den Leser wieder durch sämtliche Ecken Edinburghs führt.
Time to say goodbye: Was werde ich diesen unbequemen Sturkopf vermissen!
Beate Laufer-Johannes
Kathy Reichs: Der Tod kommt wie gerufen
(Blessing, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)

Die Forensikerin Tempe Brennan hat es dieses Mal gleich mit mehreren Fällen zu tun. Im Keller eines verlassenen Hauses wird neben diversen Ritualgegenständen der Schädel eines jungen Mädchens gefunden; in der Nähe eines Camps von Anhängern des Wicca-Kultes liegt die kopflose Leiche eines jungen Mannes, in dessen Torso satanische Symbole geschnitten sind. Schnell machen Gerüchte über Satanismus, Menschenopfer und Hexenkult die Runde, geschürt von einem religiös-fanatischen Politiker, dem bei seiner Jagd nach Stimmen jedes Mittel recht ist.
Wenn Sie sich von den detaillierten Erläuterungen der Autorin zu Beginn nicht abschrecken lassen, erwartet Sie ein Thriller, der Sie in die Welt religiöser Kulte führt und nicht mehr loslassen wird. So ist es zumindest mir ergangen! Und was den Showdown angeht, ist Kathy Reichs nach wie vor unübertroffen.
Beate Laufer-Johannes

Ruth Rendell: Ein Ende mit Tränen
(Blanvalet, 19.95 €)
Die junge Amber Marshalson wird nach einem Diskobesuch von ihrem Vater tot aufgefunden, nennenswerte Spuren am Tatort sind nicht auszumachen. Merkwürdig ist die lediglich die Tatsache, dass bei der jungen Frau sehr viel Bargeld gefunden wird. Chief Inspektor Wexford empfindet als Vater zweier Töchter tiefes Mitgefühl mit Ambers Familie, aber ihr Umgang mit Ambers kleinem Sohn kommt ihm eigenartig kühl vor. Als eine Freundin von Amber ebenfalls ermordet aufgefunden wird, stellt der erfahrene Ermittler bei seinen Recherchen fest, dass beide Frauen offensichtlich in dunkle Geschäfte mit Leihmutterschaft verwickelt waren.
Ruth Rendell thematisiert in ihrem neuesten Roman die Sehnsucht von Frauen, unbedingt ein Kind haben zu wollen, egal um welchen Preis. Ein Krimi für alle, die gediegene englische Kriminalliteratur mögen, mit ruhigem Tempo, ohne allzuviel Blut.
Beate Laufer-Johannes
Minette Walters: Der Schatten des Chamäleons
(Goldmann, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 24.95 €)
Der junge Charles Acland kann sich nur noch daran erinnern,
dass er das Flugzeug in den Irak bestiegen hat. Jetzt liegt er schwer verwundet
in Birmingham
im Krankenhaus, leidet unter starken
Schmerzen und unkontrollierbaren Wutattacken. Der früher als umgänglich
bekannte Charles lehnt nun jegliche Kontakte zu seinen Eltern und seiner
ehemaligen Freundin ab und isoliert sich immer mehr. Als er nach London
zieht, gerät er ins Visier der Polizei, die nach einem überaus gewalttätigen
Serienmörder fahndet. Einiges deutet darauf hin, dass er in die Taten verstrickt
ist, und Charles besitzt für die Tatzeiten kein Alibi.
Die Schäden an Körper und Seele von Menschen, die als Soldaten im Kriegseinsatz waren, beschreibt Minette Walters äußerst eindringlich. Man schwankt als Leser zwischen Sympathie und Ablehnung für die Hauptfigur. Ein ungewöhnlicher Thriller, der noch lange nachhallt.
Beate Laufer-Johannes
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Für Genießer, Sachbuchliebhaber und Lebenskünstler
Augustin, Keisenberg, Zaschke: Ein Mann – ein Buch
(Süddeutsche Zeitung, 19.90 €)
Muss ein Mann wissen, wie man eine Boeing landet? Nein,
aber er will es wissen! Und mit diesem Buch erfährt er nicht nur das, sondern
er hält damit auch ein unverzichtbares Nachschlagewerk in Händen, das ihm
in vielen Lebenslagen zur Seite steht. Wie binde ich eine Krawatte? Wie
brate ich ein Steak? Wie prüft man einen Gebrauchtwagen? Eine Fülle nützlicher
und unnützer Details für den Mann von heute ist hier versammelt.
Doch Vorsicht: Der Inhalt ist teilweise erst ab 18, also nicht ganz jugendfrei.
Beate Laufer-Johannes
Cynthia
Barcomi: Kochbuch für Feste
(Mosaik bei Goldmann, 18.95 €)
Vom außergewöhnlichen Sonntagsfrühstück zu zweit über Buffettideen für große Feste bis hin zum Christmas Dinner oder einem Schwiegermutterbesuch, Cynthia Barcomi verrät Ihnen hier ihre ganz persönlichen Rezepte, garniert mit kleinen Anekdoten. Alles ist gut beschrieben und einfach zu kochen.
Vor allem die tollen Fotos machen Lust darauf, gleich etwas Neues auszuprobieren und Freunde einzuladen!
Beate Laufer-Johannes
Heike Blümner und Jacqueline Thomae: Eine Frau – Ein Buch
(Süddeutsche Zeitung, 19.95 €)
„Es ist nicht aussichtsreich und vor allem nervenzermürbend,
an der Persönlichkeit Ihres Mannes herumdoktern zu wollen. (...) Nehmen
wir also einmal an, Ihr Mann war ein lebenslustiger Draufgänger, als Sie
ihn kennen lernten, dann sollten Sie sich nicht beschweren, dass er immer
noch gerne ausgeht und seine Freunde trifft. Haben Sie dann endlich Ihr
feinfühliges Heimchen, schauen Sie sich vermutlich schon wieder nach draufgängerischen
Hallodris um.“
Endlich ist er da, der ultimative Ratgeber für die Frau. Ob es um Flecken entfernen, auf Kommando heulen, einen Angriff abwehren oder eben um das Ändern des Partners (siehe oben) geht, die beiden Autorinnen haben auf fast jede Frage eine Antwort und plaudern pointiert und charmant über Themen, die Frauen interessieren. Hier kann frau auch ungeniert nachschauen, wenn sie mit der Technik nicht klarkommt, oder was sie beachten muss, wenn sie einen Handwerker bestellt. Also das richtige Geschenk für die beste Freundin.
Übrigens: Das Buch hat einen edlen Einband und ist sowohl in champagner als auch in kirschrot erhältlich.
Beate Laufer-Johannes
Peter Bubmann und Bernhard Sill (Hrsg.): Christliche Lebenskunst
(Pustet, 24.90 €)

„Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie.
Das Leben ist ein Traum, mache eine Wirklichkeit daraus.
Das Leben ist eine Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.“ (Mutter Teresa)
Wir alle wären gerne Lebenskünstler, würden gerne gut und sinnerfüllt leben. Dieses Buch kann Christen dabei helfen, denn in vierzig Kapiteln zeigen viele Autoren, wie Leben heute gelingen kann: Die Sinne schärfen – Dem Leben Form und Ausdruck geben – Miteinander auskommen – Die Wechselfälle des Lebens bestehen – Dem Leben Ziel und Richtung geben – Spirituell leben.
Kein einfaches Buch. Aber ein Buch mit unendlich vielen Impulsen über das eigene Leben nachzudenken. Es lohnt sich!
Beate Laufer-Johannes
Horst Evers: Mein Leben
als Suchmaschine
(Eichborn, 12.95 € / Hörbuch: Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen
bei Random House Audio, 15.95 €)
„Freitag morgen. Renne durch die Wohnung und suche meine Mütze. Will nicht ohne Mütze raus. Es ist zu windig. Würde mich erkälten. Aber verdammt, wo ist sie nur? Ah, mit dem Suchen und Wühlen wird das nix. Setze mich an den Computer und google nach der Mütze. Zack, da ist sie schon! Der Google-Link leitet mich weiter zu YouTube, und mit ein paar Klicks bin ich bei meinem eigenen Videostream. Seit ich mich immer beim Nachhausekommen filme und dann den kleinen Film sofort bei YouTube ins Netze stelle, spare ich viel Zeit. Zeit, die ich sonst immer fürs Suchen von Mütze, Schal, Schlüssel, Schirm oder Schuhen gebraucht habe.“

Der Spezialist für die Komik im Alltäglichen hat wieder zugeschlagen. Ob EDV-Probleme, intelligente Haus-haltsgeräte, verspätete Busse oder Zahnarztbesuche, Horst Evers gewinnt dem täglichen Einerlei dermaßen absurde Seiten ab, dass ich regelmäßig Seitenstechen vor Lachen bekomme. Beschreiben kann ich das im Grunde genommen gar nicht, da gibt es nur eins: Unbedingt selber Lesen oder Hören!
Beate Laufer-Johannes
Florian und Thomas Fischer-Fabian: Die Gourmet-Bibel
(Mosaik bei Goldmann, 24.95 €)
„Die Produkte, die wir ausgewählt haben, sind die besten
ihrer Art! Denn nur das Beste ist das einzig gültige Maß. Man muss das Optimum
kennengelernt haben, um beurteilen zu können, ob etwas gut, weniger gut
oder schlecht ist. Wie will man die Netrebko einschätzen, wenn man nie zuvor
die Callas gehört hat? (...) Ähnliches gilt für Parmaschinken und Pata Negra,
Sommertrüffel und Alba, Forellenkavier und Beluga.“
Sie suchen ein Geschenk für einen Gourmet, der schon alles hat? Dann haben Sie mit diesem Buch genau das Richtige gefunden!
Denn hier ist Insiderwissen für Feinschmecker auf höchstem Niveau zusammengestellt. Eingeteilt in Kategorien wie Butter & Käse, Öl, Essig & Pasta oder Saucen & Konserven werden die edelsten Lebensmittel ausführlich beschrieben. Dazu gibt es Tipps von Sterneköchen und Sommeliers, garniert mit Geschichten. Ein wahrer Schatz für jeden echten Genießer!
Beate Laufer-Johannes
Heinz-Richard Heinemann: Heinemanns Schokoladenträume
(Südwest, 16.95 €)
So sieht in unseren Träumen der Schokoladenhimmel aus!
Der renommierte Konditor verrät uns in diesem Buch seine absoluten Geheimrezepte, verknüpft mit viel Wissenswertem aus der Welt der Schokolade und wunderbaren Bildern. Kuchen, Gebäck, Pralinen und Desserts sind mit wenigen Zutaten relativ unkompliziert umzusetzen. Und ich kann Ihnen sagen, mir lief bereits beim Lesen das Wasser im Mund zusammen. Und nicht nur mir. Zitat meiner Kollegin Gerti: Oh, das will auch ich haben!
Ein traumhaftes Geschenk für echte Schokoholiker!
Beate Laufer-Johannes
(Blessing, 19.95 € / Hörbuch bei Random House Audio, 19.95 €)
„Es ist schön, dass sich Wissenschaftler bald einig
wurden, wofür das Ende von Lady Di sinnbildlich steht: Für den Beginn der
Globalisierung. Diana stammte aus England. Ihr Freund aus Ägypten. Beide
starben in einem Tunnel in Frankreich, in einem Wagen aus Deutschland mit
einem Motor aus Holland. Und einem Fahrer aus Belgien. Der hatte Whisky
aus Schottland im Blut. Paparazzi aus Italien verfolgten sie. Auf japanischen
Motorrädern. Ärzte aus Amerika leisteten erste Hilfe. Mit Medikamenten aus
Brasilien. Den Untersuchungsbericht schrieb ein Luxemburger auf einem chinesischen
PC mit Chips aus Taiwan, Monitor aus Korea und einer Tastatur aus Vietnam.
Arbeiter aus Bangladesh hatten den PC in Singapur zusammengesetzt. In der
Fabrik eines Inders. Und die Trümmer des Unfallwagens entsorgten algerische
Müllmänner, um den Wagen bei „Auto-Osman“ aus der Türkei zum Export in den
Libanon fertig zu machen.“
Geht’s ihnen auch so wie mir, dass sie bei Urban Priols Tempo live nicht mehr mitkommen? Jetzt gibt es endlich die Möglichkeit, seine bissigen Geschichten über den alltäglichen Wahnsinn und seine kleinen Spitzen gegen die Großkopferten zu lesen. Das Beste der letzten zehn Jahre ist hier versammelt. So können Sie ganz gemütlich schmökern und sich über die Halbwertszeit der Politik amüsieren. Illustriert ist Urban Priols Buch mit Zeichnungen des fränkischen Cartoonisten-Duos Greser und Lenz.
Beate Laufer-Johannes