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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783453351493
Sprache: Deutsch
Umfang: 304 S.
Format (T/L/B): 2.2 x 18.8 x 12 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Per-Bastet, im 6. Jhd. vor Christus: Seit dem Tod ihres Mannes fühlt sich die Geschichtenerzählerin Mina einsam. Bis eines Nachts eine kleine Katze sie vor dem giftigen Biss einer Speikobra rettet. Bastet, wie Mina ihre samtpfotige Freundin in Anlehnung an die mächtige Katzengöttin der Fruchtbarkeit und Liebe nennt, besucht sie von nun an regelmäßig. Sie gibt Mina neuen Lebensmut und sie scheint ihr auch Glück zu bringen. Der persische Händler Numi, einst erbitterter Feind der Familie, wird zu ihrem Freund und Vertrauten und bald auch ihr Geliebter. Doch dann verschwindet Bastet, und mit ihr alle Katzen der Stadt. Mina will nicht glauben, was die Menschen sich erzählen: dass die Göttin Bastet nach einer grausamen Opfergabe verlangt. Entschlossen geht sie den ungeheuerlichen nächtlichen Vorgängen nach und entdeckt eine Intrige, die Schreckliches zum Ziel hat. Ihre Widersacher machen auch vor Mord nicht halt, doch Mina sucht mutig weiter nach der Wahrheit.

Autorenportrait

Brigitte Riebe, 1953 geboren, ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Zu ihren bekanntesten historischen Romanen zählen "Pforten der Nacht", "Schwarze Frau vom Nil" sowie die beiden erfolgreichen Jakobsweg-Romane "Straße der Sterne" und "Die sieben Monde des Jakobus". Zuletzt erschien bei Diana "Die Prophetin vom Rhein" ein Roman über die Geschichte der Hildegard von Bingen. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Leseprobe

Nachts geh?rten die flachen D?er von Per-Bastet den Katzen, und auch tags?ber schienen die einstmals so scheuen Tiere die Stadt mehr und mehr in Besitz zu nehmen, so dreist trieben sie sich inzwischen ?berall herum. Nur auf dem Markt wurden sie immer verjagt, obwohl es dort so verf?hrerisch roch. Unverr?ckbar blieb er Dom? der Frauen, die alle unversch?en Bettler und R?er in Tiergestalt verscheuchten. Die ersten H?lerinnen erschienen jeden Morgen sehr fr?h, um sich die besten Pl?e zu sichern. Kaum hatte Re seine Nachtmeerfahrt beendet und stieg als gl?hender Sonnenball am ?stlichen Horizont neu empor, begannen sie schon emsig den staubigen Boden zu fegen und ihre Waren auszulegen: manche auf leinenen T?chern, andere auf Binsenmatten, wieder andere in K?rben, die ebenfalls aus Papyrus geflochten waren, der hier im Delta verschwenderisch wie Unkraut wucherte. Mina kannte jede von ihnen, ebenso wie das, was sie Tag f?r Tag feilzubieten hatten: je nach Jahreszeit Zwiebeln, Bohnen, Linsen und Hirse, dazu die gr?nen, frischen Lauchstangen, Gurken, Dill, Koriander, Bockshornklee und glutrote Safranf?n, die zwar s?ndhaft teuer, aber dennoch ?erst begehrt waren. Andere offerierten Feigen, Datteln und Granat?el oder schichteten kleine Kuchen aus Mehl und Honig zu klebrigen Kegeln auf, w?end breitf??ge B?rinnen sich bem?hten, ihre aufgebrachten H?hner- und Entenscharen, die sich auff?hrten, als ahnten sie bereits, dass ihr Ende nicht mehr lange auf sich warten lie? in den ?berf?llten K?gen zu beschwichtigen. Am sp?ren Vormittag gesellten sich dann die Wunderfrauen dazu, mit duftenden Kr?ergirlanden um den Hals, sich br?stend, mit ihren geheimen Rezepturen jeder nur denkbaren Unp?lichkeit den Garaus machen zu k?nnen: Von Tinkturen f?r Glatzk?pfige, die neu sprie?nden Haarwuchs verhie?n, ?ber verschiedenste Fruchtbarkeitszauber bis hin zu Medizin gegen Schlaflosigkeit und Impotenz reichte ihr Repertoire. Danach wurde es Zeit f?r den Schlangenbeschw?rer, einen d?nnen, verwahrlosten Kerl mit verfilzten Haaren, begleitet von einer alten Kobra, die l?st ihre Giftz?e verloren hatte und mit ihrem matten Schl?eln gerade noch furchtsamen M?en Angst einfl??n konnte. Wie von Zauberhand waren mit einem Mal auch die Akrobaten da, die sich als lebende Menschenpyramiden mit halsbrecherischen Kunstst?cken aufeinanderstapelten. Bis zuletzt schlie?ich das H?lein der Geschichtenerz?er eintrudelte, unter denen Mina als ungekr?nte K?nigin galt. Sie brauchte kein Krokodil wie Sedi, der Aufschneider, der einen ein?igen Kaiman abgerichtet hatte, um mit seiner Hilfe die Schrecken des Krokodilgottes Sobek heraufzubeschw?ren; ebenso wenig hatte sie es n?tig, sich stark riechender Essenzen zu bedienen, deren D?fe die wei?aarigen Zwillingsschwestern aus ihren verbeulten R?herbecken aufsteigen lie?n, um gen?gend Zuh?rer anzulocken. Mina verlie?sich ganz auf die Kraft der Sprache, f?r sie seit jeher die st?ste und machtvollste aller Waffen. Sie wusste, worauf es ankam, vertraute ihrem Gesp?r f?r den richtigen Einsatz. Zu fr?h zu beginnen konnte bedeuten, dass die weibliche Aufmerksamkeit noch auf den Erwerb von Lauch und Zwiebeln gerichtet war, zu sp? dass die Frauen sich in Gedanken bereits wieder an der heimischen Kochstelle eingefunden hatten. Meistens ?berlegte sie nicht einmal, womit sie anfangen solle, sondern ?berlie?es der Geschichte, schwerelos aus ihrem Inneren aufzusteigen, wo sie ein riesiges Reservoir als ihren kostbarsten Schatz h?tete. Sie begann leise, fast beil?ig, als spreche sie zu sich selber, eine vielfach erprobte Methode, um erste Neugierige anzulocken. Kaum hatten sie einen aufmerksamen Kreis um die Erz?erin gebildet, hob sie die Stimme und lie?ein paar Bewegungen einflie?n. Ein zweiter Kreis formte sich, dann ein dritter, bis schlie?ich eine dichte Traube von Zuh?rerinnen Mina eng umschloss. Dann erst steigerte sie Tempo, Spannung und Mimik. Wenn nun endlich alle Mina fasziniert anstarrten und kaum noch zu schlucken wagten, aus Furc Leseprobe