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Das Echolot - Barbarossa '41

Ein kollektives Tagebuch, Das Echolot-Projekt 1

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783813502053
Sprache: Deutsch
Umfang: 736 S., 109 s/w Illustr., 109 s/w Fotos
Format (T/L/B): 4.5 x 22.5 x 15 cm
Einband: Leinen

Beschreibung

TODESFUGE AUS ALLTAG UND APOKALYPSE. Das kollektive Tagebuch vom Einmarsch der deutschen Truppen in Russland. Als Hitler am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfiel, entfesselte er einen Vernichtungskrieg von ungeahnter Grausamkeit. Walter Kempowski hat die Stimmen von russischen und deutschen Tätern, Opfern und Augenzeugen aus jenen Tagen zu einem tausendstimmigen Chor über das große Menschheitsverbrechen des Krieges verwoben.

Autorenportrait

Walter Kempowski wurde am 29. April 1929 als Sohn eines Reeders in Rostock geboren. Er besuchte dort die Oberschule und wurde gegen Ende des Krieges noch eingezogen. 1948 wurde er aus politischen Gründen von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach acht Jahren im Zuchthaus Bautzen wurde Walter Kempowski entlassen. Er studierte in Göttingen Pädagogik und ging als Lehrer aufs Land. Seit Mitte der sechziger Jahre arbeitete Walter Kempowski planmäßig an der auf neun Bände angelegten "Deutschen Chronik", deren Erscheinen er 1971 mit dem Roman "Tadellöser & Wolff" eröffnete und 1984 mit "Herzlich Willkommen" beschloss. Kempowskis "Deutsche Chronik" ist ein in der deutschen Literatur beispielloses Unternehmen, dem der Autor das mit der "Chronik" korrespondierende zehnbändige "Echolot", für das er höchste internationale Anerkennung erntete, folgen ließ.Walter Kempowski verstarb am 5. Oktober 2007 im Kreise seiner Familie. Er gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Seit 30 Jahren erscheint sein umfangreiches Werk im Knaus Verlag.

Leseprobe

Die br?derliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht tr? in dem, was ihr tun sollt. Seid br?nstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. herrnhut r?mer 12,10.11 Andr?ide 1869-1951(S?dfrankreich) Die k?rzeste Nacht des Jahres. Diese letzten vier Tage waren sch?ner, als man sagen kann: sch?ner, als ich es ertragen konnte. Eine Art Aufruf zum Gl?ck, bei dem die ganze Natur sich zu einer wunderbaren Verz?ckung verschwor und einen Gipfel der Liebe und Freude erreichte, wo dem Menschenwesen nur noch der Tod zu w?nschen bleibt. In einer solchen Nacht m?chte man die Blumen k?ssen, die Rinde der B?e streicheln; irgendeinen jungen gl?henden K?rper umarmen oder bis zur Morgend?erung auf der Suche nach ihm umherstreifen. Allein schlafenzugehen, wozu ich mich gleichwohl entschlie?n mu? erscheint gottlos. Paul Val? 1871-1945Paris Die Physiker lassen, was man gestern wu?e, nicht in Ruhe und f?gen hinzu oder verbinden damit, was sie heute morgen gesehen haben. Die Historiker machen nicht so viel Umst?e - und w?end jene damit ringen, Prinzipien, Definitionen, Geometrie und ? Verstehen umzuformen, scheren sich diese darum wenig. Sie liefern die Erz?ung, und eine Erz?ung absorbiert alles - es ist die Form des Formlosen - und die Verf?chung der Beobachtungen, die sie mit sich bringt oder erzwingt, ist unmerklich. Sie k?nnen sich nicht vorstellen, da?die Neuheit (die nicht nur Neuheit der Ereignisse ist - sondern ebensosehr Neuheit der Modi ihrer Aufzeichnung) einen anderen ?historischen? Geist verlangen k?nnte, andere Ausdr?cke - andere Vorsichtsma?ahmen. Grete D?lkerRehder 18921946Stuttgart Sonnenwende. Aber wir sind so verstrickt in Menschendinge und aus dem Zusammenhang mit der Natur geraten, da?man der Sonnenwende kaum gedenkt. Gestern hab ich ein Gedicht gemacht, ?An den Vermi?en?. Ich bin ?ber mich selbst erschrocken. Wie kann man dar?ber ein Gedicht machen? Ich wei?es auch nicht, es flo?aus mir, wie die Tr?n flie?n. Helmuth James von Moltke 1907-1945Berlin An seine Frau Ich komme mir vor, als sei heute der 31. Dezember; es ist so, als beg?e morgen ein neues Jahr. Morgen wird alles anders aussehen und viele Dinge werden uns best?rmen, gegen die wir uns wappnen m?ssen. Jochen Klepper 1903-1942Stauceni/Rum?en Sturm in der Morgend?erung, Gew?lk, dann wunderbarer, mattgoldener Sonnenaufgang. 8 Uhr Aufbruch der Autos. Die Fahrt durch die h?geligen W?er sehr sch?n. 12 Uhr Ankunft in Stauceni. ?es Dorf, aber an einem - wenn auch verschilften und sumpfigen - See und Graben, in denen man zur Not baden kann. Es wird ein sch?ner, sch?ner Tag. Sonne und Wind. Wir kampieren im Autobus. Zwei Briefe von Hanni. Der Assistenzarzt Dr. Hermann T?rk 1909-1976am Bug Die Spannung w?st auf den H?hepunkt. Im Radio immer noch nichts. Diese Nacht soll es losgehen! Das Wetter ist prima. Hitlerwetter, sagen wir. Morgens kommt Oblt. Kn?tel. Er liegt mit seiner Komp. ganz in unserer N?. Der Wald hier wimmelt von Panzern, Artillerie und Pferden. Unserem Korps ist n?ich auch die 1. K.D. unterstellt. Abends kommt der 1 B der Division. Um 3.15 Uhr soll der erste Schu?fallen. Brest-Litowsk soll mit Brand?l, mit 330000 kg beschossen werden. Da k?nnen unsere Nebelwerfer ihren ersten Einsatz zeigen. Ein leichter Zug unserer Kompanie wird vorgezogen. Er soll an der anderen Seite des Bug einen Hauptverbandsplatz vorbereiten. Stolz zieht Unterarzt Doringer mit seinem Zuge los. - Ich platze bald, da?ich auch diesmal wieder stille sein mu? Aber der Chef beruhigt mich und sagt mir, da?der Zug h?chstwahrscheinlich nicht zum Einsatz kommen w?rde. Der Leutnant Heinz D?ll *1919am Bug Am 21. Juni, fr?hmorgens, erhielt ich den Auftrag, eine Stellung oberhalb des Bug-Ufers zu erkunden, um die Ziele auf russischer Seite bek?fen zu k?nnen - vorsorglich, hie?es immer noch. Das jedoch wollte ich lieber mit ?erster Vorsicht bewerkstelligen. Ich holte mir e

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