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Das Echolot

Abgesang '45 - Ein kollektives Tagebuch, Das Echolot-Projekt 4

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783813502497
Sprache: Deutsch
Umfang: 496 S., 15 s/w Illustr.
Format (T/L/B): 4.5 x 22.4 x 15.5 cm
Einband: Leinen im Schuber

Beschreibung

"Dieses Buch ersetzt eine ganze Bibliothek zum Thema Kriegsende." Frank Schirrmacher in ZDF Lesen "Ein ebenso einzigartiges, ein gigantomanisches Werk ist daraus entstanden und jetzt zum Abschluß gekommen. (?) Es ist ein Wunder." Spiegel "Geschichte wird wieder zum Erlebnis: Schlichte, ergreifende, tragische Schilderungen, die ein Bild des Krieges vermitteln." Der Spiegel

Autorenportrait

Walter Kempowski wurde am 29. April 1929 als Sohn eines Reeders in Rostock geboren. Er besuchte dort die Oberschule und wurde gegen Ende des Krieges noch eingezogen. 1948 wurde er aus politischen Gründen von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach acht Jahren im Zuchthaus Bautzen wurde Walter Kempowski entlassen. Er studierte in Göttingen Pädagogik und ging als Lehrer aufs Land. Seit Mitte der sechziger Jahre arbeitete Walter Kempowski planmäßig an der auf neun Bände angelegten "Deutschen Chronik", deren Erscheinen er 1971 mit dem Roman "Tadellöser & Wolff" eröffnete und 1984 mit "Herzlich Willkommen" beschloss. Kempowskis "Deutsche Chronik" ist ein in der deutschen Literatur beispielloses Unternehmen, dem der Autor das mit der "Chronik" korrespondierende zehnbändige "Echolot", für das er höchste internationale Anerkennung erntete, folgen ließ.Walter Kempowski verstarb am 5. Oktober 2007 im Kreise seiner Familie. Er gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Seit 30 Jahren erscheint sein umfangreiches Werk im Knaus Verlag.

Leseprobe

Vorwort Als ich vor zwanzig Jahren am Echolot zu arbeiten begann, besch?igten mich drei Bilder. Zun?st der ?Turmbau zu Babel? von Breughel, jene Darstellung des konisch zulaufenden Turms, der vielb?gig aufeinander gesetzten Spirale, die sich in die Wolken hineinschraubt und zu Gott hinaufdr?t, jener Turm, den Menschen bauten, um dem Allm?tigen gleich zu sein, den sie aber auch aus Sehnsucht aufrichteten, m?glichst schon vor der Zeit zu ihm zu gelangen und sich in seinem Scho?zu bergen. Der Babylonische Turm st?rzte ein, wir wissen es, und die Verwirrung, die sein Fall mit sich brachte, dauert an. Das zweite Bild war die ?Alexanderschlacht? von Albrecht Altdorfer, jenes bekannte Gem?e, auf dem Tausende von Kriegern auszumachen sind, die einander umbringen. Menschen ohne Namen, Todgeweihte, l?st vermodert und vergessen, und doch M?er, die Frau und Kind zu Hause sitzen hatten, deren Keime wir als Nachkommen in uns tragen. Das dritte Bild war die ??ergabe von Breda? des Spaniers Vel?uez. Auf diesem Bild steht ein Sieger einem Besiegten gegen?ber. Der siegreiche Feldherr hat dem Unterlegenen, der ihm dem?tig die Schl?ssel der Stadt ?bergibt, nicht den Fu?in den Nacken gesetzt, sondern er neigt sich ihm g?tig zu, ja, er hebt den sich beugenden Unterlegenen auf! Dieses Bild wurde vor 360 Jahren gemalt, und bis heute wurde seine Botschaft nicht eingel?st. Heute, in den Tagen des Erinnerns, zwei Generationen nach Kriegsende, sind es andere Bilder, an die ich denken mu? Die Kamera schwenkt ?ber das zerst?rte Warschau, ?ber die Leichenhaufen von Bergen-Belsen und ?ber eine Gef?nismauer, die von Einsch?ssen gesprenkelt ist, und noch immer werden Massengr?r ge?ffnet und Tote exhumiert. In Hiroshima l?et die Glocke. Ich erinnere mich in diesen Tagen auch an die stillen Trecks der Fl?chtlinge, an die zur?ckhetzenden fliehenden deutschen Soldaten, rette sich wer kann! Und an die fr?hlich heimziehenden Fremdarbeiter mit ihren nationalen Kokarden. Auch an den weinenden Kindersoldaten auf der Protze seines zerst?rten Gesch?tzes mu?ich denken. Meine Eltern besa?n eine Tabakb?chse aus der Zeit des Siebenj?igen Krieges, sie stand auf dem Radio neben Judenbart und Schlangenkaktus, auf der war zu lesen: Es wechselt alles ab, Nach Krieg und Blutvergie?n La? uns des Himmels Huld, Des Friedens Lust genie?n. Nein, von ?genie?n? kann keine Rede sein. Unser Film ist zwar durchgelaufen, aber es liegen andere bereit, die wir alle noch sehen werden, wieder und wieder werden es Bilder von Krieg und Blutvergie?n sein, ein Ende der Vorstellung ist nicht in Sicht: Die Hochh?er brennen schon. An die Bilderbibel von Dor?u?ich denken, die ich als Kind, auf dem Teppich liegend, durchbl?erte, an die Sintflut: Die Wasser verlaufen sich, und auf den Klippen liegen die Leiber der Ertrunkenen ? Wir warten noch immer auf die Taube, die uns den ?zweig bringt. Aber auf dem Bild von Dor?pannt sich kein Regenbogen ?ber den Toten. Nartum, Februar 2005 Walter Kempowski Fr?hlingsglaube Die linden L?fte sind erwacht, Sie s?eln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun mu?sich alles, alles wenden. Die Welt wird sch?ner mit jedem Tag, Man wei?nicht, was noch werden mag, Das Bl?hen will nicht enden. Es bl?ht das fernste, tiefste Tal: Nun, armes Herz, vergi?der Qual! Nun mu?sich alles, alles wenden. 2059 Tage Freitag, 20. April 1945 18 Tage Den Feinden entfiel der Mut; denn sie merkten, da?dies Werk von Gott war. herrnhut neh. 6,16 Diesen hof ausfegen Deezen hoaf ous faygen Sweep this yard stars and stripes, daily german lesson Der letzte Geburtstag Hitlers verlief tr?be und traurig. Zur Gratulation erschienen die Gro?dmirale Raeder und D?nitz, Himmler und Goebbels. Martin Bormann 1900?1945 Berlin Geburtstag des F?hrers Leider nicht gerade ?Geburtstags-Lage? Abflug Vorauskommando nach Salzburg angeordnet. Dr. Theodor Leseprobe

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