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Schwestern des Ewigen Schwarz

Unsere liebe Frau der unendlichen Welten 1

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783833241826
Sprache: Deutsch
Umfang: 160 S.
Format (T/L/B): 1.5 x 21.5 x 13.5 cm
Einband: Paperback

Beschreibung

Vor Jahren sandte die Erde Ordensschwestern in die weit entfernte Dunkelheit des kolonisierten Weltalls aus, bewaffnet nur mit Kruzifixen und eisernem Glauben. Jetzt befinden sich die Schwestern des Ordens der Heiligen Rita in interstellarer Mission auf einem lebenden, atmenden Schiff, das entschlossen scheint, einen eigenen Willen zu entwickeln. Als der Orden einen Notruf von einer neu gegründeten Kolonie erhält, entdecken die Schwestern, dass nicht nur das Seelenheil ihrer weit verstreuten Gemeinde auf dem Spiel steht. Es droht tödliche Gefahr - und diese geht nicht zuletzt von der eigenen Kirche aus.

Autorenportrait

LINA RATHER ist eine preisgekrönte Sci-Fi-Autorin, die sich vor allem durch zahlreiche Kurzgeschichten einen Namen machte. Für ihren Debut-Roman Schwestern des Ewigen Schwarz wurde sie mit dem Golden Crown Literary Society Goldie Award ausgezeichnet. Wenn Lina nicht gerade schreibt, kocht sie gerne übertrieben aufwendige Rezepte, studiert Geschichte und sammelt coole Steine. Man findet sie auf Twitter oder Instagram unter @LinaRather.

Leseprobe

Schwester Lucia war der Meinung, das Schiff müsse sich nicht an die Ordensregeln halten, da es ein Tier sei und daher keine vernunftbegabte Seele habe. Schwester Varvara hielt dagegen, ein Kloster sei ein heiliger Ort. Das Schiff, ob nun Tier, Pflanze oder ein Mineral, habe man in Übereinstimmung mit der Glaubenslehre geweiht. Ihm zu erlauben, den gegenwärtigen Kurs beizubehalten, stelle daher eine Entweihung dar, die all ihre Seelen beflecken würde. Schwester Varvaras Miene erinnerte mit ihrer grauen Strenge an die Oberfläche eines unbewohnten Monds. Normalerweise ließ dieses Gesicht keinen Widerspruch zu. Sie verbrannten zu viele kostbare Chemlichter bei dieser Diskussion. Während eines langen Monologs, in dem Schwester Ewostatewos darüber sprach, wie die Kirche in ihrer Anfangszeit mit Nutztieren umgegangen war und welche Schlüsse man daraus für ihr momentanes Dilemma ziehen könne, betrachtete die Mutter Oberin das Kruzifix an der Wand. Jedes Schiffskloster und jedes arme Koloniepfarramt hatte das gleiche. Es war auf der Alten Erde in Massen produziert und kistenweise von neu geweihten Priestern gekauft worden, die ihre Härteposten hier draußen in der Schwärze verbracht hatten. Schon seit Langem schickte die Alte Erde keine Schiffsladungen junger Priester mit identischen Kruzifixen mehr hinaus in die Dunkelheit, um die verlorenen Kolonien zu bekehren. Das Kruzifix der Mutter Oberin war ein Relikt aus einer vergangenen Ära, einer Ära der Ordnung und Fügsamkeit. 'Mutter', sagte Schwester Gemma und riss sie damit aus ihren Gedanken. 'Wir sind einem Konsens leider noch nicht näher gekommen.' Die Mutter Oberin sah ihr Kruzifix kopfschüttelnd an. Sie und der kleine Heiland verstanden einander.