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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783873871731
Sprache: Deutsch
Umfang: 234 S.
Format (T/L/B): 1.5 x 21.5 x 14 cm
Auflage: 10. Auflage 2005
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Der Begriff "sensory awareness" (bewusstes Spüren) wurde zuerst von Charlotte Selver geprägt als eine Bezeichnung für die Arbeit, die sie seit 1938 auf der Grundlage der Methoden von Elsa Gindler in den USA entwickelt hat. In den vierziger Jahren hat Fritz Perls mit ihr zusammen intensive Studien betrieben und zahlreiche Elemente in seine Gestalttherapie übernommen. Alan Watts beschrieb dieses Verfahren als "angewandtes Zen". Mit diesem Buch legt ihr Mann und Mitarbeiter Charles Brooks eine anschauliche Beschreibung der Sensory Awareness vor. Er stellt Methoden dar, die vielfältig vernachlässigte und abgestumpfte sinneshafte Erfahrung und die verbreitete Entfremdung vom eigenen Leib anzugehen. Die grundlegenden Funktionen wie Sitzen, Stehen, Liegen, Atmen werden dabei in den Vordergrund gestellt. Er beschreibt damit hervorragende therapeutische und präventive Maßnahmen, die für die Praxis von Therapeuten, Psychologen und Pädagogen unmittelbar relevant werden können.

Autorenportrait

Charles V.W. Brooks, früher in Design und Holzbearbeitung tätig, ist seit 1963 gemeinsam mit seiner Frau Charlotte Selver Lehrer der Sensory Awareness.

Leseprobe

Schon bei sehr kurzer gemeinsamer Arbeit an der Sinnes-Wahrnehmung entwickelt sich in der Gruppe eine Achtung und Sympathie füreinander, die man sonst selten antrifft. Wir arbeiten nämlich an unserer gemeinsamen Menschlichkeit, d.h. an den Eigenschaften, die älter sind als unsere vielen divergierenden Kulturen. Obwohl unsere Gruppen sich selten das Drama (und Melodrama) der Encounter-Gruppen erlauben mit ihren sprachlichen Konfrontationen, ist eine sehr direkte und tiefe Begegnung von Mensch zu Mensch möglich, die ohne Techniken im üblichen Sinne, in ruhiger emotionaler Ehrlichkeit geschieht. In den längeren Workshops entwickeln viele Teilnehmer gute und freundschaftliche Beziehungen zu den Menschen im Umkreis, einerlei, wie konservativ die Bewohnerschaft in anderer Hinsicht auch sein mag. Wir verlieren nämlich nach und nach unsere Vorstellungen bezüglich unseres Verhaltens und fangen an zu spüren, wie unser Verhalten ist. Wenn unsere Arbeit auch ihrer Natur nach darauf abzielt, jede Institution zu untergraben und zu erschüttern, so geschieht das nur, um frische Luft und Sonnenschein hereinzulassen, sofern sie von den Institutionen ausgesperrt werden. In dem Maße, in dem man den Sonnenschein akzeptieren kann, fühlt ein jeder sich ein bißchen menschlicher - und wenn wir ein wenig akzeptieren können, dann werden wir langsam fähig, mehr zu erlauben. Schließlich finden wir, daß wir mit dem Land auch die Stadt, oder mit der Stadt auch das Land - und mit dem Tag auch die Nacht akzeptieren können.