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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783882218428
Sprache: Deutsch
Umfang: 256 S.
Format (T/L/B): 2.6 x 20 x 12.6 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Die Sprache der Blumen Theodor Lessings Buch Blumen erschien zum ersten und letzten Mal 1928. "Ich habe lange gebraucht, um meine Seerosen zu verstehen", sagte der Maler Monet. Ähnlich hätte Theodor Lessings sprechen können, als er die Farben, die Gesichter, den wirklichen Zauber der Blumen entdeckte. Ob Lessing über die traumhafte Schönheit des Mohns philosophiert, über die kristallinen Eisblumen am Fenster oder über die lichtanbetenden Sonnenblumen - immer sprechen für ihn die Blumen von unserer eigenen Seele. Georges Batailles Gedanken über die Sprache der Blumen, die mit einem erhellenden Essay Ulrich Holbeins den Anhang unserer Ausgabe bilden, ergänzen Theodor Lessings Erfahrung und Deuten.

Autorenportrait

Theodor Lessing wurde 1872 in Hannover als Sohn einer assimilierten jüdischen Arztfamilie geboren. 1907 wurde er nach Studien bei Edmund Husserl Privatdozent für Philosophie. In seinen Schriften wendete sich der Philosoph, Mediziner und Reformpädagoge gegen Nationalismus, Gewalt, Herrschaft und jede Art ideologischer Sinnstiftung. Er warnte vor dem Untergang der Seele und hatte, wie Elisabeth Lenk bemerkt, die unheilvolle Gabe, Widersprüche, die erst später ins Bewusstsein treten sollten, um sich herum zu entfesseln. Meine Tiere und Blumen sind der gelungene Versuch der Literarisierung seiner Weltsicht, die er in seinem Buch Die verfluchte Kultur anhand eines Zitats Jean-Jacques Rousseaus veranschaulicht: »Geist ist eingedrungen in die Natur, wie das Messer dringt in eines Baumes Mark. Nunmehr freilich kann die toddrohende Schneide nicht aus dem Stamme herausgezogen werden, denn der Baum würde dabei verbluten. Aber niemand darf behaupten, dass ein Schwert im Herzen der Weltesche das Merkmal sei für ihre Gesundheit.« Theodor Lessing war ein mutiger und streitbarer Vertreter einer untergehenden deutsch-jüdischen Kultur. Als er 1925/26 das Opfer einer nationalistischen und antisemitischen Hetzkampagne wurde, begann sein Leben immer schwieriger zu werden. Beendet wurde es in Marienbad, wo er im August 1933 von sudetendeutschen Nationalsozialisten ermordet und so zu einem der ersten Opfer jenes Regimes wurde, vor dem er schon früh gewarnt hatte: »Der Mittelpunkt jedes Sturmes ist der völlige leere Nullpunkt. Hitler mag der Nullpunkt sein, aber er deutet auf den Sturm.« Der Lessing-Enthusiast Günter Kuhnert nannte ihn »einen Mann zwischen allen Stühlen«. Ria Endres über Theodor Lessing: »Manche seiner Interessen, die zu seiner Zeit bereits veraltet schienen, sind heute brisant.« Lessings Tochter Ruth schrieb: »Die Vorausschau von 1921, wie verflucht unsere Kultur ist, ist ja noch sanft im Vergleich zu der Wirklichkeit von heute.« Links http://www.literaturatlas.de/~la14/Der Mord.htm http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Lessing http://www.glirarium.org/bilch/literatur/lessing.html

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