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Und Ihr wollt nichts gehört noch gesehen haben

Die Chronik des Arbeitserziehungslagers Zöschen vom Juli 1944 bis zum April 1945, Dokumente und Augenzeugenberichte

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783940093059
Sprache: Deutsch
Umfang: 152 S., 3 s/w Illustr., 14 s/w Fotos, 9 s/w Tab.
Format (T/L/B): 1.3 x 19 x 12 cm
Lesealter: 14-90 J.
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

In seinem viel beachteten ersten Buch über das so genannte Arbeitserziehungslager Zöschen mit dem Titel "Der Tod ist ein täglicher Gast", das er erstmalig im Jahre 1997 vorlegte und das 2007 in der Galgenbergschen Literaturkanzlei neu herausgegeben wurde, kümmerte sich der Cuxhavener Autor Martin Pabst hauptsächlich um die Schicksa¬le der holländischen Gefangenen dieses KZs. In seiner zweiten Arbeit zum selben Thema, die erstmalig im Jahre 2000 erschien, richtet sich sein Augenmerk auf die Lagerinsassen aller Nationen und auf die Chronologie des Alltagslebens im AEL. In den dazwischenliegenden drei Jahren ist Martin Pabsts Spurensuche weitergegangen. So hat er neues Quellenmaterial entdeckt, zum Beispiel im Landesarchiv Merseburg den Bestand "Regierung Merseburg C 4K VII Blatt 2". Hierbei handelt es sich um Aktenbestände der Gestapo Halle, die nach Merseburg geschickt und in der Polizeiregistratur des Regie¬rungspräsidenten verwahrt wurden. Neben diesen Dokumenten werden in unserem Buch erstmalig auch die vollständigen Sterbeli¬sten aus dem Arbeitserziehungslager Zöschen vom Juli 1944 bis zum April l945 veröffentlicht. Gleichzeitig greift der Autor auf Teile des schon veröffentlichten Materials zurück und stellt es in einen neuen Sinnzusammenhang. Anrührend sind die biographi¬schen Einzeldarstellungen, die uns Nachgeborenen die Vergangenheit über¬haupt erst bedeutsam und erlebbar machen. Wir sind überzeugt, dass auch diese Arbeit Martin Pabsts angesichts der in manchen deut¬schen Konzernen anhaltenden Verwirrung über den Umgang mit den Zwangsarbeitern aus dem Dritten Reich einen wesentlichen Beitrag zur Aufhellung eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte liefert.

Autorenportrait

Martin Pabst ist 1926 in Bad Lauterberg geboren. 1935 zog er mit seiner Familie nach Merseburg, wo sein Vater eine Pfarrstelle antrat. Dort besuchte er bis zum Jahre 1944 das Domgymnasium. Wie viele seines Jahrgangs, wurde er im letzten Oberschuljahr als Luftwaffenhelfer rekrutiert und anschließend zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht eingezogen. Nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft nahm er ein Studium der evangelischen Theologie auf. Das führte ihn über Halle (Saale) und Göttingen nach Basel. Nach dem Ersten Theologischen Examen folgte für Pabst die praktische Berufsausbildung als Lehrvikar in Schkopau bei Merseburg, Naumburg und Leipzig. Im Jahr 1954 übersiedelte er in die BRD und besuchte das Predigerseminar. Im Anschluss an das Zweite Theologische Examen führte ihn sein Einsatz als Pfarrer über Hamburg bis 1991 nach Cuxhaven. Im so genannten Ruhestand erforschte er in unermüdlicher Archivarbeit Dokumente und Zeitzeugenberichte, die sich mit den Arbeitserziehungslagern Hitlerdeutschlands in der Mitteldeutschen Region Halle-Merseburg beschäftigten. Insgesamt entstanden sechs Bücher, die den Aufbau, die Verwaltung und die Maschinerie der Grausamkeit in den verschiedenen Arbeitserziehungslagern bekunden. Martin Pabst starb 2002. Sein wissenschaftlich-publizistisches Wirken ist aus der europäischen Forschung über die Geschichte Deutschlands zur Zeit Hitlers nicht mehr wegzudenken.